Stimulanzien

    Als Stimulanzien bezeichnet man in der Psychologie Substanzen wie Koffein, Nikotin, Amphetamine oder Kokain, die direkt die neuronale Aktivität intensivieren und die Körperfunktionen beschleunigen.

    So enthält Tabak tausende chemische Substanzen, von denen Nikotin nach etwa sieben Sekunden den Weg ins Gehirn findet und die Dopamin-Rezeptoren beeinflusst, also das Belohnungssystem im Gehirn aktiviert. Wird Rauchen zur Routine, gewöhnt sich auch das Gehirn ebenfalls an seine Belohnung und verlangt nach rund zwei Stunden mehr, wodurch es mit der Zeit zu einem noch stärkeren Verlangen kommt, wenn dieser Wunsch nicht erfüllt wird.

    Übrigens: Dass die Zigarette bei einem alkoholischen Getränk wie Wein oder Bier besser schmeckt, liegt daran, dass beim Trinken und Rauchen sowohl psychische als auch physische Faktoren eine Rolle spielen, wobei für viele Menschen Alkohol und Zigaretten mit positiven Erinnerungen assoziiert sind. In beiden Fällen kommt es zu Hormonausschüttungen etwa von Dopamin und beides löst positive Gefühle aus, sodass der Konsum des einen den Konsum des anderen befeuert.


    Interessantes: Studien hatten schon gezeigt, dass die Möglichkeit, von zu Hause aus ins Grüne zu sehen, mit einem geringeren Verlangen nach Alkohol, Zigaretten und ungesunden Lebensmitteln verbunden ist, und dass Menschen, die wöchentlich Naturräume besuchen und sich psychisch mit ihnen verbunden fühlen, über ein besseres körperliches und geistiges Wohlbefinden berichten. Nach einer neuen Untersuchung (Martin et al.,2020) rauchen Menschen, die im Grünen leben, weniger bzw. hören erfolgreicher auf als jene, die in Städten leben. Die Untersuchung stützte sich auf Antworten von mehr als achttausend Erwachsenen auf Fragen zu ihrer Gesundheit, ihrem Wohnort und verschiedenen anderen Lebensstilfaktoren, die im Rahmen des Health Survey for England gesammelt wurden. Selbst wenn andere Faktoren wie etwa der sozioökonomische Status der Befragten berücksichtigt werden, ist die Wahrscheinlichkeit zu rauchen für Menschen in Gegenden mit einem hohen Grünflächenanteil um zwanzig Prozent geringer, als in Gebieten mit weniger Grünflächen. Bei Menschen, die irgendwann in ihrem Leben geraucht haben, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, erfolgreich mit dem Rauchen aufzuhören um zwölf Prozent, wenn sie im Grünen leben. Offenbar ist ein höherer Grünflächenanteil auch mit einer Verringerung ungesunder Verhaltensweisen verbunden.

    Literatur

    Martin, L., White, M.P., Pahl, S., May, J., & Wheeler, B.W. (2020). Neighbourhood Greenspace and Smoking Prevalence: Results from a Nationally Representative Survey in England. Social Science & Medicine, in press.


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