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Die Global-Workspace-Theorie (GWT) ist ein kognitionswissenschaftliches Modell, das das menschliche Bewusstsein als eine Art zentralen globalen Arbeitsraum im Gehirn erklärt. Sie wurde ursprünglich Ende der 1980er Jahre von dem Psychologen Bernard Baars entwickelt. Das Konzept lässt sich am besten mit der Theater-Metapher verstehen:
- Das Rampenlicht (Bewusstsein): Das Gehirn besteht aus vielen spezialisierten, unbewusst arbeitenden Modulen (z. B. für Sehen, Sprache oder Motorik). Bewusstsein entsteht erst dann, wenn Informationen durch selektive Aufmerksamkeit in das „Rampenlicht“ treten.
- Die Bühne (Global Workspace): Informationen im Rampenlicht werden auf der Bühne des globalen Arbeitsraums „veröffentlicht“ (Broadcast-Prinzip). Sobald sie dort sind, werden sie für alle anderen unbewussten Systeme im Gehirn verfügbar.
- Der Nutzen: Diese globale Verfügbarkeit ermöglicht es uns, flexibel zu handeln, Entscheidungen zu treffen, über Erlebtes zu berichten oder es im Gedächtnis zu speichern.
Kernpunkte der Theorie
- Selektive Aufmerksamkeit: Sie entscheidet, welche der massiven parallelen, unbewussten Prozesse in den begrenzten, seriellen Strom des Bewusstseins gelangen.
- Global Neuronal Workspace (GNWT): Eine modernere, neurologische Erweiterung (u. a. von Stanislas Dehaene) identifiziert ein Netzwerk im präfrontalen und parietalen Cortex als physischen Sitz dieses Arbeitsraums.
- Integration: Die Theorie erklärt, wie das Gehirn Informationen aus verschiedenen Sinnen zu einem einheitlichen Erlebnis zusammenführt.
Literatur
Baars, B. (1988). A cognitive theory of consciousness, NY: Cambridge University Press.