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cold reading


auch sensory leakage genannt, ist eine von professionellen WahrsagerInnen verwendete Technik, bei der in Gesprächssituationen ohne tatsächliches Wissen über den Gesprächspartner bei diesem der Eindruck eines vorhandenen Wissens erzeugt wird. Diese in relativ kurzer Zeit zu erlernende Technik wird auch von TherapeutInnen, LebensberaterInnen, bei Vernehmungen oder Verkaufsgesprächen angewendet. Manche Menschen setzen diese Fähigkeiten eher unbewusst ein, manche gezielt zur Täuschung und Manipulation. Es handelt sich beim cold reading manchmal um eine sehr irreführende Technik und der ungeschulte Beobachter kann zur Schlussfolgerung kommen, dass unbekannte Informationen durch wundersame Fähigkeiten entdeckt werden können.

Cold Reading bedeutet in direkter Übersetzung das kalte Lesen einer Person, wobei kalt dabei auf das Fehlen vorheriger Informationen verweist, und zwar im Gegensatz zum hot reading, also dem Lesen einer Person mit Vorabinformationen, wobei diese Informationen etwa über Körpersprache, Aussehen oder Reaktionen der zu lesenden Person erlangt werden können. Es kann sich dabei aber auch um handfeste Fakten handeln, wenn man etwa weiß, dass das Gegenüber männlich ist, als Polizist arbeitet und leidenschaftlich gerne Klavier spielt, denn so hat man beim Lesen dieser Person einen gewissen Vorsprung. Der Clou bei den meisten Techniken des Cold Reading ist aber, dass diese auch dann funktionieren, wenn man überhaupt keinen direkten Kontakt zu der anderen Person hat, da man beim Cold Reading auch auf universelle menschliche Erfahrungen zurückgreift, die die meisten Menschen miteinander teilen, also ganz allgemein nutzt man hier Menschenkenntnis in reinster Form.

PsychologInnen bieten auch Seminare an, um cold reading zu erlernen oder auch, um sich bewusst dagegen zu schützen. Ohne erlernte gezielte Schutzmechanismen ist man oft realtiv hilflos, da die natürlichen, angeborenen Schwächen der menschlichen Informationsverarbeitung ausgenutzt werden. Ohne diese Techniken wird auch der größte Skeptiker fest davon überzeugt sein, dass der Reader die intimsten Gedanken, die größten Ängste, die genauesten, präzisesten Informationen über lange zurückliegende Kindheitserinnerungen gehabt hat.

Cold reading und andere manchmal auch dubiose Beratungstechniken funktionieren vor allem deshalb, weil die Rat suchenden Personen sich an suggestiven Richtungszuweisungen der Rat gebenden Personen orientieren. Diese Orientierung kann sich aber nicht nur auf Urteils- und Denkprozesse auswirken, sondern auch auf Erinnerungen. Bei Polizeiverhören wird cold reading übrigens dafür benutzt, um schnell und effizient eine Tür zum Vertrauen des Verdächtigen zu öffnen.

Vieles beim cold reading basiert auf dem Barnum- bzw. Forer-Effekt, nach dem verbreitete Wünsche und Ängste, Sowohl-als-auch-Aussagen, Allgemeinplätze sowie Mehrdeutigkeiten dazu führen, dass sich derjenige den Schuh anzieht, dem er passt oder auch nur zu passen scheint.

Übrigens scheinen Frauen auf Grund ihrer höheren Sensibilität deshalb andere Frauen besser zu verstehen, da sie unbewusst durch genaues Beobachten der Emotionen und Verhaltensweisen cold reading auch im Alltag praktizieren.

Im Grunde bietet das cold reading die Möglichkeit, jederzeit und überall sofort mit seinen Mitmenschen in Gleichklang zu kommen, denn diese Technik lehrt zum einen zu verstehen, was in den Mitmenschen vorgeht, und zum anderen, wie man seinen Mitmenschen auch zeigt, dass man sie versteht. Cold reading kann dann sowohl im privaten als auch im beruflichen Umfeld hilfreich sein, denn alle Menschen möchten sich instinktiv mit solchen Menschen umgeben, die ein bisschen wie man selber tickt. Die Menschen, die einen verstehen, sind meistens auch die, die ähnlich denken wie man selber. Wenn man lernt, seine Mitmenschen authentisch zu verstehen, dann wird man wiederholt ihre Nähe suchen. Cold-reading-Techniken helfen etwa beim Knüpfen neuer Freundschaften bis zum reibungslosen Beginn geschäftlicher Beziehungen.


Die Barnum-Statements

bilden die Grundlage des Cold Reading, indem man den GesprächspartnerInnen nur unspezifische, allgemein zutreffende Aussagen anbietet. Auch wenn es natürlich Ausnahmen gibt und manche Aussagen besser als andere funktionieren, finden sich die meisten Menschen automatisch darin wieder und validieren diese.

  • Du bist auf die Zuneigung und Bewunderung anderer angewiesen.
  • Du hast eine Neigung zur Selbstkritik.
  • Du hast beträchtliche Fähigkeiten, die du noch nicht zu deinem Vorteil nutzt.
  • Deine Persönlichkeit weist einige Schwächen auf, die du aber allgemein auszugleichen weißt.
  • Deine sexuelle Entwicklung hat dir Schwierigkeiten bereitet.
  • Nach außen hin bist du diszipliniert und kontrolliert, innerlich neigst du dazu, dich besorgt und unsicher zu fühlen.
  • Manchmal zweifelst du stark an der Richtigkeit deines Tuns und an deinen Entscheidungen.
  • Du bevorzugst ein gewisses Maß an Abwechslung und Veränderung und bist unzufrieden, wenn dich Regeln und Verbote einengen.
  • Du bist stolz auf dein unabhängiges Denken und nimmst die Aussagen anderer nicht ohne Beweis hin.
  • Du hast die Erfahrung gemacht, dass es unklug sein kann, dich anderen allzu bereitwillig zu öffnen.
  • Manchmal verhältst du dich extrovertiert, redselig und aufgeschlossen, dann wieder introvertiert, auf der Hut und zurückhaltend.
  • Einige deiner Hoffnungen sind ziemlich unrealistisch.
  • Sicherheit ist eines deiner größten Ziele im Leben.

Wer etwa Cold Reading praktizieren will, muss diese Kernaussagen verinnerlichen, um sie dann in Gesprächssituationen schnell parat zu haben, wobei es aber nicht darum geht, diese auswendig abzuspulen, sondern sie in eigene Worte zu fassen und auch mit etwas Feingefühl der jeweiligen Situation anzupassen. Wer diese Barnum-Statements anwenden will, um Vertrauen zu schaffen, muss mit Fingerspitzengefühl vorgehen, also diese etwa so einzuleiten: „Geht es dir auch manchmal so, dass…“, „Manchmal fühle ich mich so, als ob…“ oder „Wenn ich ehrlich bin, fällt es mir sehr schwer, Gefühle auszudrücken“. Eine solche Einleitung wirkt wie ein privates Geständnis und schafft Vertrauen, so dass sich das Gegenüber leichter öffnet. Auch den Statements Fragen wie „Kennst du das?“ oder „Geht es dir auch so?“ folgen zu lassen, funktioniert gut, denn dadurch bringt man sein Gegenüber dazu, aktiv über die Statements nachzudenken und etwas von sich preiszugeben.

Quelle: Mentalist Timon Krause im Interview mit Corinna Schneider in FOCUS Online vom 24. Oktober 2020.

Die Barnum-Statements

bilden die Grundlage des Cold Reading, indem man den GesprächspartnerInnen nur unspezifische, allgemein zutreffende Aussagen anbietet. Auch wenn es natürlich Ausnahmen gibt und manche Aussagen besser als andere funktionieren, finden sich die meisten Menschen automatisch darin wieder und validieren diese.

  • Du bist auf die Zuneigung und Bewunderung anderer angewiesen.
  • Du hast eine Neigung zur Selbstkritik.
  • Du hast beträchtliche Fähigkeiten, die du noch nicht zu deinem Vorteil nutzt.
  • Deine Persönlichkeit weist einige Schwächen auf, die du aber allgemein auszugleichen weißt.
  • Deine sexuelle Entwicklung hat dir Schwierigkeiten bereitet.
  • Nach außen hin bist du diszipliniert und kontrolliert, innerlich neigst du dazu, dich besorgt und unsicher zu fühlen.
  • Manchmal zweifelst du stark an der Richtigkeit deines Tuns und an deinen Entscheidungen.
  • Du bevorzugst ein gewisses Maß an Abwechslung und Veränderung und bist unzufrieden, wenn dich Regeln und Verbote einengen.
  • Du bist stolz auf dein unabhängiges Denken und nimmst die Aussagen anderer nicht ohne Beweis hin.
  • Du hast die Erfahrung gemacht, dass es unklug sein kann, dich anderen allzu bereitwillig zu öffnen.
  • Manchmal verhältst du dich extrovertiert, redselig und aufgeschlossen, dann wieder introvertiert, auf der Hut und zurückhaltend.
  • Einige deiner Hoffnungen sind ziemlich unrealistisch.
  • Sicherheit ist eines deiner größten Ziele im Leben.

Wer etwa Cold Reading praktizieren will, muss diese Kernaussagen verinnerlichen, um sie dann in Gesprächssituationen schnell parat zu haben, wobei es aber nicht darum geht, diese auswendig abzuspulen, sondern sie in eigene Worte zu fassen und auch mit etwas Feingefühl der jeweiligen Situation anzupassen. Wer diese Barnum-Statements anwenden will, um Vertrauen zu schaffen, muss mit Fingerspitzengefühl vorgehen, also diese etwa so einzuleiten: „Geht es dir auch manchmal so, dass…“, „Manchmal fühle ich mich so, als ob…“ oder „Wenn ich ehrlich bin, fällt es mir sehr schwer, Gefühle auszudrücken“. Eine solche Einleitung wirkt wie ein privates Geständnis und schafft Vertrauen, so dass sich das Gegenüber leichter öffnet. Auch den Statements Fragen wie „Kennst du das?“ oder „Geht es dir auch so?“ folgen zu lassen, funktioniert gut, denn dadurch bringt man sein Gegenüber dazu, aktiv über die Statements nachzudenken und etwas von sich preiszugeben.

Quelle: Mentalist Timon Krause im Interview mit Corinna Schneider in FOCUS Online vom 24. Oktober 2020.

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