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Ein Framing Bias liegt vor, wenn Menschen eine Entscheidung auf der Grundlage der Art und Weise treffen, wie die Informationen präsentiert werden, und nicht nur auf der Grundlage der Fakten selbst. Dieselben Fakten, die auf zwei verschiedene Arten präsentiert werden, können dazu führen, dass Menschen unterschiedliche Urteile oder Entscheidungen treffen.

In der Finanzwelt etwa kommt es auf die Formulierung oder die Art und Weise, wie eine Investition „gerahmt“ wird, kann Anleger dazu veranlassen, ihre Schlussfolgerungen darüber zu ändern, ob die Investition gut oder schlecht ist. Faszinierend ist dabei, dass in Situationen, in denen nicht alle Fakten bekannt sind oder in denen es viele unbekannte Faktoren gibt, die Wahrscheinlichkeit einer reflexartigen Entscheidungsfindung hoch ist.

Eine der Möglichkeiten, sich gegen Framing Bias zu schützen, besteht darin, das Framing immer wieder zu hinterfragen, etwa indem man die Informationen umformuliert und prüft, ob und welche Auswirkungen dies auf die Schlussfolgerung hat. Das Wichtigste ist, dass man versucht, einen logischen, reflektierenden Ansatz bei der Entscheidungsfindung zu verfolgen und impulsive, reflexartige Entscheidungen zu vermeiden.

Das berühmteste Beispiel für den Framing Bias ist Mark Twains Geschichte von Tom Sawyer, der den Zaun weiß tüncht. Indem er die Aufgabe positiv darstellte, brachte er seine Freunde dazu, ihn für das Privileg sogar zu bezahlen, seine Arbeit zu erledigen. Auch bei Rechtsstreitigkeiten über ärztliche Kunstfehler kommt es zu Verzerrungen, wenn ein an der Klage beteiligter Anwalt einem Sachverständigen Unterlagen zur Verfügung stellt. Der Sachverständige weiß, dass die in den Unterlagen enthaltenen Informationen zu einem Rechtsstreit geführt haben, ohne die Unterlagen prüfen zu müssen.

Siehe dazu auch Framing-Effekt.



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