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In der Psychologie der Entscheidungsfindung bezeichnet Decision Fatigue bzw. Entscheidungsmüdigkeit die nachlassende Qualität der Entscheidungen, die ein Individuum etwa nach sehr vielen Entscheidungen trifft. Entscheidungsmüdigkeit bedeutet, dass man nach einer längeren Phase der Entscheidungsfindung oder vieler Entscheidungen ermüdet ist, da Entscheidungsfindungen einen komplexen, kognitiven Prozess darstellen. Muss man also lange über etwas nachdenken, sinkt die Entscheidungsfähigkeit. Daher treffen Menschen nach sehr langen Entscheidungsprozessen viel mehr impulsive Entscheidungen und vertrauen eher auf ihr Bauchgefühl, als rein rational zu entscheiden. So kommt es nicht selten vor, dass sie nach langen Entscheidungsprozessen durch das Phänomen der Desicion Fatigue sogar deutlich schlechtere Entscheidungen treffen.

Entscheidungsmüdigkeit wird vor allem durch zu viele Entscheidungen verursacht, und auch, wenn jede einzelne davon kaum ins Gewicht fallen, wird die Summe erdrückend. Die Verhaltensmerkmale einer Entscheidungsmüdigkeit spiegeln in der Regel einen zugrundeliegenden Zustand der Ich-Erschöpfung wider und können eine unbewusste Methode symbolisieren, mit der Menschen ihr Verhalten einfach anpassen, um eine weitere Erschöpfung zu verhindern. Menschen, die unter Entscheidungsmüdigkeit leiden, neigen eher zu Vermeidungsverhaltensweisen wie etwa Zögern oder Flucht. Darüber hinaus zeigen Menschen, die unter Entscheidungsmüdigkeit leiden, weniger Ausdauer, wenn sie sich um eine Entscheidung bemühen, und neigen daher möglicherweise dazu, die Standardoption zu wählen oder auch zu impulsivem, unberechenbarem oder kurzsichtigem Verhalten.

Entscheidungsmüdigkeit wird oft als eine der Ursachen für irrationale Kompromisse bei Entscheidungsfindungen verstanden, wobei Entscheidungsmüdigkeit z. B. dazu führen kann, dass Menschen etwa bei ihren Einkäufen schlechte Entscheidungen treffen. Süßigkeiten und Snacks werden daher in der Nähe von Supermarktkassen platziert, um die Entscheidungsmüdigkeit der Kunden am Ende ihrer Einkäufe auszunutzen.

Entscheidungsmüdigkeit hängt auch mit der paradoxen Situation zusammen, dass Menschen, denen es an Auswahlmöglichkeiten mangelt, sich einerseits mehr Alternativen wünschen, doch gleichzeitig finden Menschen, dass es psychologisch belastend sein kann, unter sehr vielen Wahlmöglichkeiten Entscheidungen treffen zu müssen.

Entscheidungsmüdigkeit sollte man nicht mit Unentschlossenheit verwechseln, denn während Decision Fatigue ein mentaler Erschöpfungszustand ist, der eintritt, wenn man in einer bestimmten Zeit eine Reihe von zu vielen Entscheidungen trifft, ist Unentschlossenheit ein Persönlichkeitsmerkmal, der sich von einer chronischen Unfähigkeit, Entscheidungen zu treffen, herleitet. Unentschlossenheit kann etwa eine Folge von geringem Selbstvertrauen sein.



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