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Psychologischer Test


Als psychologischer Test oder psychologisches Testverfahren werden Instrumente und  Methoden bezeichnet, die psychische Merkmale wie aktuelle Zustände oder überdauernde Eigenschaften, Dispositionen, Interessen, Einstellungen von Menschen, Personengruppen oder Organisationen erfassen sollen. Der Einsatz von Testverfahren erfolgt in der Regel zur Beantwortung einer konkreten Fragestellung im Rahmen eines diagnostischen Prozesses der Psychologischen Diagnostik, wobei Tests auch zur Aufklärung individueller Unterschiede im Rahmen der Differentiellen Psychologie verwendet werden, wobei diese hierbei überwiegend im Bereich der Forschung eingesetzt werden.

Die meisten Testverfahren sind innerhalb der Psychologie dem Zweig der Differentiellen Psychologie zuzuordnen, also jenem Teilgebiet, das von William Stern eingeführt wurde, und sich mit den Unterschieden im Erleben und Verhalten zwischen einzelnen Menschen bzw. zwischen Gruppen von Menschen beschäftigt, diese zu beschreiben versucht und auf ihre Bedingungen zurückzuführen sucht. Man versucht mit psychologischen Tests vor allem die Frage zu beantworten, wie Unterschiede zwischen Menschen im Erleben, Denken, Fühlen und Handeln zustande kommen.

Ein psychodiagnostischer Test ist vereinfacht gesprochen ein standardisiertes wissenschaftliches Routineverfahren zur Messung von psychologisch wichtigen, abgrenzbaren Merkmalen einer Person. Sie dienen vornehmlich zur quantitativen Bestimmung des relativen Grades von individuellen Merkmalsausprägungen, können aber auch qualitative Aussagen über individuelle Ausprägungen von Merkmalen ermöglichen. Psychodiagnostische Tests können als Mittel zur Querschnittsdiagnose, zur Längsschnittdiagnose und als Forschungsverfahren eingesetzt werden.

Brauchbare Testverfahren müssen bestimmte Anforderungen erfüllen, die üblicherweise als Testgütekriterien bezeichnet werden: Objektivität, Reliabilität (Zuverlässigkeit) und Validität (Gültigkeit). Psychologische Tests müssen standardisiert sein, d.h., sie enthalten eine Testanweisung, die vorschreibt, wie der Test vorgenommen und durchgeführt werden muss. Das gleiche gilt für die Auswertung eines Tests, denn auch diese muss feste Regeln enthalten, so dass verschiedene Auswerter zum gleichen Ergebnis kommen (Objektivität).

Es gibt verschiedene Ordnungsgesichtspunkte für Tests, die sich sowohl an inhaltlichen (z.B. Fragestellung nach Entwicklung oder Leistung) als auch formalen Kriterien (z.B. Einsatzbereich, etwa klinische, schul- oder berufspsychologische Verfahren) orientieren können. Eine klassische Gruppierung ist dabei in
  • Intelligenztests: Messen die allgemeine Intelligenz bzw. eine spezielle Begabung im Bereich der Intelligenz.
  • Leistungstests: Gemessen werden motorische, sensorische oder intellektuelle Leistungen.
  • Persönlichkeitstests: Erfassen Eigenschaften, Einstellungen und Interessen eines Menschen, z.B. die Kontaktfreude.

Psychologische Diagnostik findet ihre Umsetzung in verschiedenen Zusammenhängen und damit auch mit unterschiedlichen Zielsetzungen. Die wichtigsten Anwendungsbereiche sind Persönlichkeitsdiagnostik (z.B. im Zusammenhang mit therapeutischen Fragestellungen), differentielle Fragestellungen (z.B. bei der Personalauswahl), Diagnose von Folgen von Hirnschädigungen (z.B. in der klinischen Praxis), Leistungs- und Eignungsabklärungen (z.B. in der schulischen oder beruflichen Einstufung) und  Forschung (z.B. als Erklärungsvariable für Forschungsergebnisse).


Ein Überblick über die Grundlagen von psychologischen Tests und Beispiele psychologischer Tests findet sich auf den folgenden Seiten:


Zur Wortbedeutung: Das Wort Test stammt ursprünglich aus einer Wissenschaft, die heutzutage nicht mehr wirklich ernsthaft betrieben wird: aus der Alchemie. Wie ihre Schwester, die Astrologie, haben sich beide zwar für die Entwicklung der daraus entwickelten Forschung Verdienste worden, die Astrologie für die Astronomie und die Alchemie für die Chemie, doch beide sind in ihren Zielen mehr oder minder spektakulär gescheitert, und leben heute nur noch in den Köpfen von einzelnen EsoterikerInnen weiter. Das Wort Test leitet sich wohl vom französischen test, Tiegel oder Topf, her, in denen man damals Kupfer oder Silber in Gold zu verwandeln hoffte. Die lateinische Grundbedeutung ist testa, das für Scherben, Ziegelstein und Tonschale steht. Im Mittelalter nahm der lateinische Namen schließlich auch die Bedeutung von Kopf, Schädelplatte oder Hirnschale an. Die heute gängige Verwendung und Bedeutung ist dann letztlich aus dem Englischen übernommen worden.

Literatur

Stangl, W. (1996). Stellung des Tests innerhalb der Psychologie. [werner stangl]s test & experiment.
WWW: https://testexperiment.stangl-taller.at/testdefinition.html (96-12-01)

 


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