Signaturstärke

    Der Begriff der Signaturstärke stammt aus dem Konzept der positiven Psychologie der amerikanischen Psychologen Peterson & Seligman (2004) und beschreibt weitgehend stabile interindividuelle Unterschiede in Charakterstärken und Tugenden, von denen explizit angenommen wird, dass sie veränderbar sind.

    Als Signaturstärken werden in diesem Modell jene Stärken bezeichnet, die besonders typisch für einen Menschen sind und gerne und häufig eingesetzt werden. Von einer Signaturstärke kann immer dann gesprochen werden, wenn verschiedene Kriterien erfüllt sind: Ein Gefühl von Authentizität gegenüber der Stärke („das bin wirklich ich“), ein Gefühl von Freude während der Ausübung der Stärke und eine intrinsische Motivation, die Stärke auszuüben. Üblicherweise weisen Menschen drei bis sieben Signaturstärken auf.

    Man unterscheidet dabei sechs Stärkenfamilien:

    • Weisheit und Wissen: Diese Tugend umfasst alle kognitiven Stärken, die relevant für den Wissenserwerb sind. Menschen, die Stärken aus diesem Komplex besonders ausgeprägt besitzen, werden häufig als weise wahrgenommen. Die dazugehörigen Stärken sind: Kreativität, Neugier, Urteilsvermögen, Liebe zum Lernen und Weisheit.
    • Mut umfasst alle emotionalen Stärken, bei denen es darum geht mit starker Willenskraft – allen Widerständen zum Trotz – persönliche Ziele zu erreichen: Authentizität, Tapferkeit, Ausdauer und Enthusiasmus.
    • Menschlichkeit umfasst alle zwischenmenschlichen Stärken, die positive Beziehungen fördern: Freundlichkeit, Bindungsfähigkeit und soziale Intelligenz.
    • Gerechtigkeit umfasst folgende Stärken: Fairness, Führungsvermögen und Teamwork
    • Mäßigung umfasst Stärken, die sich einem Zuviel und einem Zuwenig entgegenstellen: Vergebungsbereitschaft, Bescheidenheit, Umsicht und Selbstregulation..
    • Unter Transzendenz fallen Stärken, die Sinn stiften: Sinn für das Gute und Schöne, Dankbarkeit, Hoffnung, Humor und Spiritualität.

    Literatur

    Peterson, C., & Seligman, M. E. P. (2004). Character strengths and virtues: A handbook and classification. New York: Oxford University Press.


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