Selbstwertmanagement

    Selbstwertmanagement ist die Bezeichnung für die Bemühungen eines Menschen, einen positiven Selbstwert herzustellen, aufrechtzuerhalten, zu verteidigen und auszubauen. Untersuchungen zeigen, dass ein positiver Selbstwert im Allgemeinen mit positiven Konsequenzen für die psychische und wohl auch physische Gesundheit eines Menschen verbunden ist, wobei sich das Selbstwertmanagement sowohl auf den privaten Selbstwert wie auf den öffentlichen Selbstwert richtet, also die Bewertung durch andere. Dabei werden nicht nur Individuen sondern auch Gruppenmitgliedschaften zum Gegenstand selbstwertdienlicher Strategien werden (individueller vs kollektiver Selbstwert). Der Betroffene bemüht sich in diesem Falle, einen zufriedenstellenden Selbstwert über eine positive Bewertung ihrer eigenen Gruppe zu erzeugen, wobei es verschiedene Strategien des selbstwertdienlichen Verhaltens gibt.

    • Prozessorientierten Strategien richten sich unmittelbar auf den Prozess der Bewertung, der einem Selbstwert zugrunde liegt, in der Regel als Vergleichsprozess, bei dem das zu bewertende Subjekt mit einem anderen sozialen Objekt im Hinblick auf einen bestimmten Inhalt und unter einem zeitlichen Bezugsrahmen verglichen wird.
    • Ergebnisorientierte Strategien beziehen sich direkt auf das Ergebnis des Vergleiches, etwa das Zurückweisen einer persönlichen Verantwortung für ungünstige Vergleichsergebnisse oder die Hervorhebung der Einzigartigkeit positiver Vergleichsergebnisse.
    • Beobachterorientierte Strategien werden relevant, wenn Bewertungen aus der sozialen Umwelt an die bewertete Person herangetragen werden, wobei es neben den Möglichkeiten der vorteilhaften Selbstdarstellung (Impression Management) auch die Option gibt, ungünstigen Bewertungen dadurch zu begegnen, dass die Qualifikation des Urteilenden angezweifelt wird.

    Nicht selten findet man bei der Beobachtung des Selbstwertmanagements eines Menschen selbstwertdienliche Verzerrungen, also die Bereitschaft eines Menschen, sich selbst in einem besonders günstigen Licht zu betrachten. Dabei wird davon ausgegangen, dass Menschen eher dazu neigen, ihre Erfolge auf interne Ursachen wie z.B. ein Fähigkeit zu attribuieren, während sie dazu tendieren, Versagen eher auf externe Ursachen zu attribuieren wie etwa auf die Schwierigkeit einer Aufgabe.

    Literatur

    Kanning, Uwe P. (2000). Selbstwertmanagement. Die Psychologie des selbstwertdienlichen Verhaltens. Göttingen: Hogrefe.


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