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Big Two der Persönlichkeit


Die »Big Two« sind ein Modell der Persönlichkeit, nach der sich Menschen anhand von nur zwei grundlegenden Eigenschaften charakterisieren lassen: Zielstrebigkeit oder Handlungsorientierung (agency) und Gemeinsinn bzw. Gemeinschaftsorientierung (communion). Menschen mit einem starken Gemeinsinn gehören zu den einfühlsamen Tröstern, die Zielstrebigen zu den geradlinigen Machern. So nutzen die meisten Menschen diese beiden Merkmale als Maßstab, um etwa Fremde schnell zu kategorisieren. Danach achten Menschen bei der Beurteilung anderer vor allem auf Hinweise für Sanftmütigkeit, denn ob jemand Freund oder Feind ist, ist schließlich im Zweifelsfall überlebenswichtig. Damit ist dieses Modell ein Alternativmodell zu den Big Five oder dem HEXACO-Modell (Big Six).

Nach Bakan bezieht sich Handlungsfähigkeit auf das Streben eines Individuums, die Umwelt zu beherrschen, sich selbst zu behaupten, Kompetenz, Leistung und Macht zu erfahren. Im Gegensatz dazu bezieht sich Gemeinschaft auf den Wunsch einer Person, sich eng mit anderen Menschen zu verbinden, mit ihnen zusammenzuarbeiten und zu verbinden. Handlungsorientierte Menschen erfahren Erfüllung durch ihre individuellen Leistungen und ihr Gefühl von Unabhängigkeit und Getrenntsein von anderen, während gemeinschaftsorientierte Individuen Erfüllung durch ihre Beziehungen zu anderen und ihr Gefühl der Zugehörigkeit erfahren. Handlungs- und Gemeinschaftsorientierungen von Individuen werden mit einer Reihe verschiedener psychologischer Prozesse in Verbindung gebracht, darunter Argumentationsstilen, Bewertungen des sozialen Status, Persönlichkeitsmerkmalen, Geschlechterrollen-Sozialisation und dem Selbstkonzept. Auch spiegeln sich agitatorische und gemeinschaftliche Orientierungen in der kognitiven und moralischen Argumentationen von Individuen und in der sozialen Wahrnehmung und im Gruppenverhalten wider. Belenky et al. (1986) beschrieben an Hand dieses Modells zwei verschiedene Formen des Wissens, die von der Beziehung der Person zu sozialen Objekten abhängen. Im Besonderen ist getrenntes Wissen eine Form des Wissens, bei der sich die Person durch kritisches Denken und die Anwendung der Regeln der Logik vom sozialen Objekt distanziert. Im Gegensatz dazu bezieht sich verbundenes Wissen auf einen Stil des Verstehens und Wissens, bei dem die Person eine Verbindung zum sozialen Objekt herstellt, indem sie Ähnlichkeiten zwischen dem Wahrnehmenden und dem Objekt anerkennt und die Perspektiven des sozialen Objekts berücksichtigt.

Für die Erstellung differenzierter Persönlichkeitsprofile ist dieses Modell eher wenig geeignet, denn es handelt sich um eine wohl zu sparsame Betrachtung, wenn es darum geht, die Persönlichkeit eines Menschen als Ganzes zu verstehen. Die Big Two bilden dabei grundlegende interpersonelle Verhaltensweisen ab, die mit dem Streben nach Leistung und dem Streben nach Bindung zusammenhängen, und decken damit einige Merkmale ab, die auch in den Big Five oder den Big Six enthalten sind.

Literatur

Bakan, D.(1966). The Duality of Human Existence. Chicago: Rand McNally.
Belenky, M. F., Clinchy, B. M., Goldberger, N. R. & Tarule, J. M. (1986). Women’s mays of knowing. New York: Basic Books.


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