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Selfitis – Selfie-Sucht


Hinweis: es handelt sich bei der Selfitis bzw. Selfie-Sucht natürlich um keine anerkannte Suchterkrankung, sondern diese ist vermutlich dem Zeitgeist geschuldet, die das alltäglich Verhalten von Menschen danach abklopft, ob dieses nicht auch pathologische Züge annehmen kann, die dann zu therapieren sind!

Es gibt nach einem Bericht in einer TV-Station eine Selfie-Sucht – Selfitis -, da sich Psychologen einig sein sollen, dass zu viele Selfies ungesund sind und sogar süchtig machen können. Es gibt zahlreiche Ursachen dafür, die Menschen am häufigsten dazu veranlassen, ein Selfie zu machen:

  • Wenn sie Ihre Umgebung und Erlebnisse aufwerten wollen.
  • Wenn sie in einer Art Wettbewerb stehen und möglichst viele Likes in sozialen Medien erringen wollen.
  • Wenn sie Aufmerksamkeit erregen wollen, die sie sonst nicht bekommen.
  • Wenn sie sich einsam fühlen.
  • Wenn sie sich aufwerten wollen, weil sie das bearbeitete Bild schöner finden als sich selbst.
  • Wenn sie sich Ihrer Gruppe zugehörig fühlen wollen (“das machen alle so”).

Das Selfie dient demnach als Ersatzbefriedigung, denn es geht darum, Liebe und Bestätigung zu erfahren. Werden Menschen süchtig nach Selfies, kann das zu ernsthaften psychologischen Störungen führen, da sie versuchen, über Selbstportraits ihr eigenes Ich zu stärken oder ihre Stimmung zu heben. Auch lässt das stundenlange Retuschieren und Nachbearbeiten Betroffene die Realität verzerrt wahrnehmen, da sie dann ein möglichst perfektes Bild von sich zeigen möchten, das dem eigenen Ich gar nicht mehr entspricht. Man hat übrigens auch herausgefunden, dass besonders Männer und Heranwachsende im Alter von 16 bis 20 Jahren gefährdet sind, wobei sich drei Selfie-Sucht-Stufen zeigen:

  • Beunruhigend: Etwa drei Selfies am Tag, die aber nicht auf einer Social Media Plattform gepostet werden.
  • Alarmierend: Deutlich mehr als drei Selfies am Tag, die auch auf einer Social Media Plattform gepostet werden.
  • Krankhaft: Unkontrolliertes Bedürfnis, ständig Selfies zu schießen und davon mehr als sechs am Tag zu teilen.

Carbon (2017) hat übrigens untersucht, wie das perfekte Selfie aufgenommen werden sollte, um besonders attraktiv, schlank oder sympathisch zu wirken. Dabei verglich man den Einfluss verschiedener Kamerapositionen auf die Wirkung der Selfies, indem mehr als dreihundert Probanden computergenerierte 3D-Modelle realer Gesichter aus sieben verschiedenen, selfie-typischen Kameraperspektiven bewerteten. Dabei hat man den Fokus auf Beurteilungsdimensionen wie Attraktivität, Dominanz, Intelligenz oder Körpergewicht gelegt, da diese Merkmale eine entscheidende Rolle in sozialen Interaktionen und bei der Partnerwahl spielen. Carbon konnte zeigen, dass Frauen dann als besonders attraktiv wahrgenommen werden, wenn sie ihre linke Gesichtshälfte zur Kamera drehen, hingegen wirken Frauen eher hilfsbereit, wenn sie ihre rechte Gesichtshälfte zeigen. Männer wirken sympathischer, wenn sie ihre rechte Gesichtshälfte zur Kamera drehen. Hinzu kommt, dass eine Kameraposition von leicht oberhalb schmeichelnd auf die Einschätzung des Körpergewichts wirkt, wobei eine seitliche Drehung der Kamera den schmeichelhaften Effekt eines Selfies von oben noch verstärkt. Bei einer tiefer positionierten Kamera werden die abgebildeten Personen grundsätzlich als eher übergewichtig eingeschätzt, jedoch kann eine seitliche Drehung diesen Effekt etwas abmildern.

Literatur

Carbon, C. C. (2017). Universal principles of depicting oneself across the centuries: From Renaissance self-portraits to selfie-photographs. Frontiers in Psychology: Human-Media Interaction, 8, 1-9.
https://www.mdr.de/brisant/ratgeber/selfie-sucht-hilfe-100.html (20-06-22)


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