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Frühlingsgefühle


Frühlingsgefühle sind eine populärwissenschaftliche Umschreibung für die Tatsache, dass Menschen durch einen hormonellen Schub um diese Jahreszeit ihr Verhalten ändern. Untersuchungen haben gezeigt, dass es so etwas wie eine Erholung vom Winter gibt, was in erster Linie am Licht liegt, das eine positive Auswirkung auf die allgemeine Stimmung hat. Hinzu kommen die steigenden Temperaturen, d. h., die Menschen fühlen sich wieder wohler, weil sie nicht mehr in die dicken Winterbekleidung eingepackt sind. Bekanntlich fördert das Hormon Melatonin den Schlaf, das ausschließlich in der Dunkelheit produziert wird, sodass im Winter mehr davon produziert wurde, weil es länger dunkel ist und der Melatoninspiegel auch tagsüber erhöht ist um man sich schläfriger fühlt. Beim Übergang vom Winter zum Sommer werden die Melatoninwerte verringert, es ist heller, die Menschen sind wacher und aktiver. Melatonin stimuliert etwa die Ausschüttung des Wachstumshormons Somatropin, wirkt als Antioxidans und hat eine antigonadotrope Wirkung, d. h., verkleinert in dieser Zeit die Geschlechtsdrüsen.

Der Gegenspieler von Melatonin, das Hormon Serotonin wird durch das Sonnenlicht stimuliert, wobei die Hormonumstellung auch physiologisch eine große Rolle spielt. Bei Männern ist das Sexualhormon Testosteron einem jahreszeitlichen Rhythmus unterworfen, wobei im Frühling und im Sommer mehr Testosteron produziert wird als in den übrigen Jahreszeiten, wobei dieses Hormon auch für die Psyche wichtig ist. Ist nämlich der Testosteronspiegel hoch, fühlen sich Männer einfach insgesamt wohler, wobei es übrigens bei Frauen keine solchen ausgeprägten jahreszeitlichen Rhythmen gibt. Die Frühlingsgefühle können darüber hinaus auch durch sportliche Aktivitäten noch gefördert werden, etwa durch einen morgendlichen Spaziergang, wenn es früher hell ist.

Allerdings erscheinen Frühlingsgefühle bei jedem Menschen in unterschiedlicher Ausprägung, denn einige Menschen verspüren durchaus nicht einen plötzlichen Tatendrang, sondern eine Frühjahrsmüdigkeit, wobei diese Trägheit durch die heftigen Temperaturschwankungen in den Frühjahrsmonaten bedingt sein dürfte, durch die der menschliche Körper überfordert ist. Nach neuesten Untersuchungen scheint auf kognitive Funktionen neben dem Tagesrhythmus auch die Jahreszeit Auswirkungen zu haben, denn die für Aufmerksamkeit zuständige Gehirnaktivität ist im Juni am höchsten und zur Wintersonnenwende am niedrigsten. Der menschliche Arbeitsspeicher hingegen ist im Herbst am aktivsten, im Frühling weniger (Stangl, 2020).

Nicht nur Menschen haben Frühlingsgefühle, sondern auch die sibirischen Hamster bevorzugen für ihre Fortpflanzung offenbar die wärmeren Jahreszeiten, denn sobald die Tage länger werden, vergrößern sich ihre Hoden, die rechtzeitig vor dem Winter wieder zusammengeschrumpft waren, damit sie den dunklen Winter leichter verschlafen. Auch in diesem Zyklus spielt das Hormon Melatonin eine entscheidende Rolle.

Literatur

Prendergast, Brian J., Gorman, Michael R. & Zucker, Irving (2000). Establishment and persistence of photoperiodic memory in hamsters. Proceedings of the National Academy of Sciences, 97, 5586-5591.
Stangl, W. (2011). Stichwort: ‘Melatonin’. Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik.
WWW: https://lexikon.stangl.eu/8667/melatonin/ (11-04-20)
Stangl, W. (2011). Biorhythmus – Biologische Rhythmus – Schlaf – Musik – Jet lag – Taktgeber. [werner stangl]s arbeitsblätter.
WWW: https://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/GEDAECHTNIS/Biorhythmen.shtml (11-04-20).


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