Qualia – auch Wieheiten – sind in der Psychologie aber auch Philosophie geistige Phänomene wie etwa der Schmerz oder ein Geruch, die es nur im individuellen Bewusstsein gibt, wobei dieses Bewusstsein vermutlich irgendwo im menschlichen Gehirn entsteht. Gemeint ist damit das nicht objektivierbare phänomenalem Bewusstsein mit dem subjektiven Erlebnisgehalt eines mentalen Zustandes, denn Qualia sind subjektiv und von einem zugehörigen Objekt wahrgenommene unabhängige Eigenschaften. Da solche Eigenschaften dem Erleben nach keine innere Struktur besitzen und nicht das Ergebnis eines Abstraktionsvorgangs sind, bilden sie die gewissermaßen maximal konkreten Grundbausteine des menschlichen Bewusstseins.

Den Unterschied hat am deutlichsten Descartes formuliert, indem er die Welt in res extensa (die Materie) und res cogitans (die denkende Substanz) gliederte. Er postulierte hiermit den heute sehr umstrittenen Dualismus, bei dem man  erklären müsste, wie aus der Gehirnmaterie, res extensa, das Bewusstsein (res cogitans) entsteht. Dadurch ist das Verständnis der Qualia eines der zentralen Probleme der Philosophie des Geistes.

Thomas Nagel: „Würde ein Wissenschaftler unsere Schädeldecke entfernen und in unser Gehirn hineinsehen, während wir den Scholadenriegel essen, so würde er nichts weiter sehen als eine graue Masse von Nervenzellen. Würde er mit Meßinstrumenten bestimmen, was dort vor sich geht, so würde er komplizierte physikalische Vorgänge der unterschiedlichsten Art entdecken. Fände er jedoch den Geschmack von Schokolade? … Es handelt sich nicht bloß darum, daß der Geschmack von Schokolade ein Geschmack ist und daher nicht gesehen werden kann.
Angenommen ein Wissenschaftler wäre verrückt genug, den Versuch zu wagen, meine Empfindung des Geschmacks von Schokolade zu beobachten, indem er an meinem Gehirn leckte, während ich von einem Schokoladenriegel koste. Zunächst einmal würde mein Gehirn für ihn vermutlich nicht nach Schokolade schmecken. Doch selbst wenn dies der Fall wäre, es wäre ihm nicht gelungen, in mein Bewusstsein einzudringen und meine Empfindung des Geschmacks von Schokolade zu beobachten. (…) Er hätte seinen Geschmack von Schokolade und ich den meinen.“
Thomas Nagel: Was bedeutet das alles? Eine ganz kurze Einführung in die Philosophie


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