Eine Kombination aus den Persönlichkeitszügen Machiavellismus, Narzissmus und subklinische Psychopathie wird in der Psychologie auch die Dunkle Triade (Dark Triad) bezeichnet, die sich unter anderem in Egozentrismus und rücksichtslosem Verhalten äußert, wozu oft noch Selbstüberschätzung und rücksichtsloses manipulatives Verhalten hinzukommen. Diese drei Merkmale werden dabei unterschiedlich und unabhängig voneinander konzeptionalisiert, obwohl es empirische Hinweise auf Überlappungen gibt. Insgesamt sind sie mit einem gefühllos-manipulativen interpersonellen Stil verbunden. Starken Ausprägungen dieser Merkmale wird vor allem in der Personalpsychologie bei der Auswahl und Bewertung von Führungskräften eine besondere Bedeutung zugemessen. Männer haben in Untersuchungen in der Regel bei allen Merkmalen der Dunklen Triade signifikant höhere Werte als weibliche.

Reine Machiavellisten zeichnen sich z.B. durch Geduld und ein langfristiges Kalkül aus, während echte Psychopathen sehr spontan und weniger taktisch vorgehen. Je psychopathischer ein Mensch ist, desto bedenkenloser geht er in hochriskante Situationen und besitzt daher auch eine hohe Stresstoleranz. Obwohl Psychopathie und Narzissmus stärker miteinander zusammenhängen als die anderen beiden Kombinationen, kann ein Narzisst unter enormem Stress leiden, wenn er befürchten muss, dass sein grandioses Selbstbild angegriffen wird. Seine Eitelkeit gibt bei der Bewertung von Situationen daher häufig den Ausschlag. Der Nutzen, nach dem ein Narzisst eine Situation bewertet, hängt somit noch stärker davon ab, ob diese den eigenen Selbstwert stärkt, als bei Psychopathen oder Machiavellisten. Der Machiavellist hingegen bewertet die Umstände und äußeren Entwicklungen eher nach ihrer Nützlichkeit für seine ganz persönlichen Machtziele, wobei er hier dem Psychopathen ähnelt, allerdings denkt er im Gegensatz zu diesem auch langfristig. Der Machiavellist geht daher auch einmal einen Schritt zurück, wenn er die Aussicht hat, dafür später zwei voranzukommen. Sein ausgeprägtes strategisches Denken erschwert es, ihn als Dunkle Persönlichkeit zu erkennen. Die anderen Typen machen es der Umgebung leichter, denn einem Psychopathen würde es nie einfallen zurückzustecken, und dem Narzissten wird es zumindest schwerfallen, nur aus strategischen Erwägungen heraus nachzugeben.

Das Konzept wurde übigens von Paulhus & Williams (2002) erstmals beschrieben. Siehe auch dunkler Faktor.

Literatur

Paulhus, D. L. & Williams, K. M. (2002). The Dark Triad of Personality. Journal of Research in Personality, 36, 556–563.
https://www.projektmagazin.de/artikel/dunkle-triade-projektmanagement (21-07-29)


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