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Quellengedächtnis


Als Quellengedächtnis – source memory – bezeichnet man in der Psychologie jenen Aspekt des episodischen Gedächtnisses, in dem neben dem Inhalt einer Information auch die raum-zeitlichen Umstände erinnert werden, unter denen diese Information gelernt wurde. Das Quellengedächtnis umfasst demnach das Wissen, woher bzw. aus welcher Quelle eine erinnerte Information stammt. Das Quellengedächtnis ist also zuständig für den Kontext von Erinnerungen.

Neben dem reinen Abruf von Erinnerungen umfasst der Prozess der Quellenerinnerung source monitoring – auch eine Vielzahl weiterer kognitiver Prozesse wie Raten und wissensgeleitete Rekonstruktion. Im Quellengedächtnis wird also festgehalten wird, woher man ein bestimmtes Wissen besitzt, also mit Informationen zu Fragen nach „Wer hat mir das erzählt?“ oder „Wo war ich als ich das erfahren habe?“ oder “Wo habe ich das gelernt?” abgelegt sind. Eine Quellenerinnerung beruht oft nur auf Schlussfolgerungen, mit der wahrscheinliche Quellen rekonstruiert werden, wenn sie nicht mehr genau erinnerbar sind. Solche Rekonstruktionen beruhen dabei sowohl auf allgemeinem Weltwissen als auch auf Vorurteilen oder Stereotypen.

Eine wichtige Funktion des Quellengedächtnisses ist dabei oft die Beurteilung der Glaubwürdigkeit von Informationen, d. h., welcher Quelle man ein konkretes Faktum zuordnet, also etwa einem Lexikon, eine vertrauenswürdige Zeitung oder dem Internetkommentar eines anonymen Menschen.

Ist Gehirn ist dafür ist vor allem der Frontallappen zuständig, denn Menschen mit Schädigungen dieses Areals bringen häufig Zeiten und Orte des Erwerbs von Informationen durcheinander. Fehler des Quellengedächtnisses findet man oft auch bei kleinen Kindern, da der Frontallappen in der Ontogenese des Nervensystems erst langsam heranreift, und bei alten Menschen, da dieses Areal beim Alterungsprozess oft beeinträchtigt wird.  Altere Menschen entwickeln bestimmte Strategien, mit denen sie versuchen, verschiedene Aspekte einer Erfahrung zusammenzuhalten, um sie dann als Ganzes erinnern zu können, d. h., sie unternehmen ganz besondere Anstrengungen, um Verbindungen herzustellen, damit sie später die Informationen besser abrufen können – etwa die Entwicklung von Routinen und Gewohnheiten.

Bei einer Quellenamnesie bzw. Herkunftsamnesie handelt es sich um einen Spezialfall der retrograden Amnesie, bei der Erlebnisse oder Ereignisse zwar als Fakten erinnert werden, jedoch ihr raumzeitlicher Ursprung, eben das Quellengedächtnis, abhanden gekommen ist. Ein Beispiel: “Ich weiß, dass ich das erlebt habe, aber nicht mit wem, wann oder wo”. Eine Quellenamnesie lässt sich als eine Abspaltung des semantischen vom episodischen Anteil des expliziten Gedächtnisses interpretieren.

Literatur

https://de.wikipedia.org/wiki/Quellenged%C3%A4chtnis (17-11-21)
https://www.spektrum.de/lexikon/neurowissenschaft/quellengedaechtnis/10650 (17-11-21)


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