Gesichtsfeedback-Hypothese

Die Hypothese des Gesichtsfeedbacks – Facial-Feedback-Hypothese – besagt, dass die subjektive Gefühlserfahrung eines Menschen durch den eigenen Gesichtsausdruck beeinflusst wird, d. h., dass Gesichtsmuskelbewegungen das eigene emotionale Erleben beeinflussen. Menschen, die etwa angehalten werden, in einer bestimmten Situation zu lächeln, werden diese Situation im Nachhinein  als positiver und angenehmer erinnern als Menschen, die dabei ein finsteres Gesicht gemacht haben. Menschen finden also Comics lustiger, wenn sie beim Betrachten selber lächeln, und sie reagieren auch auf emotionale Sätze gefühlvoller, wenn ihr eigenes Gesicht die entsprechende Emotion ausdrückt. Die Effekte waren in allen Studien in der Regel äußerst gering, d. h., ein aufgesetztes Lächeln alleine reicht noch nicht aus, um selber positive Emotionen zu entwickeln. Allerdings werden einige Studienergebnisse kontroversiell diskutiert, da viele Effekte nicht repliziert werden konnten.

Zwei Pilotstudien von Coles (2019) scheinen nun aber die Facial-Feedback-Hypothese zu bestätigen, dass Lächeln sowohl ein anhaltende Glücksgefühl vergrößern als auch das Glücksgefühl in ansonsten unemotionalen Szenarien initiieren kann.

Länger bekannt und auch nachgewiesen ist übrigens, dass die Körperhaltung die eigenen Emotionen beeinflussen kann. So verbessert eine aufrechte Körperhaltung die eigene Stimmung, während ein gekrümmter Rücken hingegen die Stimmung verschlechtert.

Literatur

Coles, Nicholas (2019). The Many Smiles Collaboration: A Multi-Lab Foundational Test of the Facial Feedback Hypothesis. Nature Human Behaviour, doi:10.31234/osf.io/cvpuw.
Strack, F, Martin, L. L & Stepper, S. (1988). Inhibiting and Facilitating Conditions of the Human Smile: A Nonobtrusive Test of the Facial Feedback Hypothesis. Journal of Personality an Social Psychology, 54, 768-777.

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