Zoophilie

Die Zoophilie bezeichnet Menschen, die sexuelle Beziehungen mit Tieren pflegen, wobei die frühere Bezeichnung Sodomie nicht mehr verwendet wird, da dieser Begriff in einigen Ländern für Homosexualität gebraucht wird. Der Begriff wurde erstmals 1896 von dem Wiener Psychiater Richard von Krafft-Ebing in seiner Psychopathia sexualis verwendet.

Die Zoophilie ist verbreiteter als oft angenommen wird, wobei in einigen Ländern wie Dänemark, Italien, Spanien oder Ungarn tierpornografisches Material legal erhältlich ist. Im Kinsey-Report gaben acht Prozent der Männer und 3,5 Prozent der Frauen an, schon mindestens einmal sexuellen Kontakt mit Tieren gehabt zu haben. Heute schätzt man, dass etwa fünf Prozent der männlichen und zwei Prozent der weiblichen Bevölkerung irgendwann einmal sexuell mit einem Tier verkehren, häufig in Form von oral-genitalen Kontakten oder der Masturbation des Tieres. Untersuchungen zeigen, dass das Interesse an Tierpornografie häufig mit dem an Kinderpornografie korrespondiert, besonders dann, wenn Sadismus mit im Spiel ist, wobei schwere Sexual- und Gewaltstraftäter oft mit Tierquälereien angefangen haben.

Für den sexuellen Umgang mit Tieren werden Hunde, Pferde, Ziegen und Rinder missbraucht, wobei rund 85 Prozent der zoophilen Kontakte  auf Pferde und Hunde entfallen. Im asiatischen Raum werden auch Hühner, Fische, Mäuse und kleine Schlangen missbraucht, von denen einige teilweise noch beim Sexualakt getötet werden, um die orgastische Stimulation zu intensivieren. Tierbordelle existieren etwa in Skandinavien und auch in den USA.


In Österreich ist Sodomie seit 2005 generell verboten. Damals wurde ein entsprechender Paragraph in das Tierschutzgesetz eingefügt, wobei auch der Handel mit pornographischen Darstellungen, die Tiere einbeziehen, ebenfalls untersagt wird. In Deutschland ist Zoophilie bzw. Sodomie seit 2013 verboten und mit Geldbußen bedroht.


Literatur

Schröder, B. (Hrsg.) (2006). Verschwiegenes Tierleid – Sexueller Missbrauch an Tieren. Bonn.
https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_von_Krafft-Ebing (12-12-21)



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