Verstand

Le bon sens est la chose la mieux partagée car chacun pense en être si bien pourvu, que même ceux qui sont les plus difficiles à contenter en toute autre chose, n’ont point coutume d’en désirer plus qu’ils en ont. *)
René Descartes: Discours de la méthode, 1637.

Verstand (engl. mind) bezeichnet in der Psychologie die Fähigkeit zu gedanklicher Verarbeitung, nach Auffassung von Wilhelm Wundt die Fähigkeit, die Gegenstände und ihre Beziehungen durch Begriffe zu denken. Daher ist der Verstand mit dem Intellekt vergleichbar, wobei der Verstand im volkstümlichen Sprachgebrauch zudem die Bedeutung des nicht begriffsbetonten Denkens zugewiesen wurde, wie das Denken bei einem gesunden Menschen zum Ausdruck kommt – daher auch gesunder Menschenverstand. Verstand bezeichnet auch eine Art Selektion der Faktoren der Umwelt, die der Vernunft das Material für die geistige Aktivität liefert, wobei es in den meisten Fällen darum geht, auf Grund der Fakten Entscheidungen zu treffen.

Umgangssprachlich wird daher Verstand und Vernunft in der Regel gleichbedeutend verwendet, doch ist beides aus der Sicht der Psychologie voneinander zu unterscheiden, denn unter Verstand bezeichnet die allgemeine Fähigkeit zu gedanklicher Verarbeitung mit Hilfe des menschlichen Gehirns, während Vernunft das Vermögen ist, nach Regeln und Prinzipien und damit auch wertend und moralisch zu denken.

Der Verstand ist in der Philosophie das Vermögen, Begriffe zu bilden und diese zu Urteilen zu verbinden, wobei die  Verwendung des Begriffes maßgeblich von Immanuel Kant geprägt wurde, der dem Verstand häufig die Vernunft gegenüberstellt, ihn aber auch von der Wahrnehmung unterscheidet.

Literatur

https://de.wikipedia.org/wiki/Verstand (12-11-21)
https://m.portal.hogrefe.com/dorsch/verstand/ (12-11-21)


*) Der gesunde Verstand ist die bestverteilte Sache der Welt, denn jedermann meint, damit so gut versehen zu sein, dass selbst diejenigen, die in allen übrigen Dingen sehr schwer zu befriedigen sind, doch gewöhnlich nicht mehr Verstand haben wollen, als sie wirklich haben.
René Descartes: Abhandlung über die Methode des richtigen Vernunftgebrauchs (1637)



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