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Vernunft


Wenn der Mensch so viel Vernunft hätte wie Verstand, wäre vieles einfacher.
Linus Pauling

Frauen sind viel vernünftiger als Männer.
Oder haben Sie schon eine Frau erlebt, die einem Mann wegen seiner Beine nachrennt.
Marlene Dietrich

Als Vernunft bezeichnet man im Allgemeinen die geistige Fähigkeit des Menschen, Einsichten zu gewinnen, sich ein Urteil zu bilden, die Zusammenhänge und die Ordnung des Wahrgenommenen zu erkennen und sich in seinem Handeln danach zu richten. Während die klassische Auffassung von Vernunft noch eine umfassende Ordnung bedeutete, in der alles nach einem vorgegebenen und unwandelbaren Maßstab eingeordnet ist, zerbricht in der Neuzeit diese totalisierende Geste und zerfällt in einen Plural von Rationalitäten, der Raum für Kontingentes, Unbestimmtes und Heterogenes eröffnet.

Soweit sich die Vernunft auf Prinzipien des Erkennens und der Wissenschaften richtet, spricht man meist von theoretischer Vernunft, ist die Vernunft aber auf das Handeln oder die Lebenshaltung ausgerichtet, folgt sie den Prinzipien praktischer Vernunft, die sich in moralischen Fragen an Werten und zur Steigerung der Effizienz am ökonomischen Prinzip orientieren kann.

Der verwandte Begriff des Verstandes wird heute für jene Fälle vernünftigen Handelns gebraucht, in denen Phänomene gesondert betrachtet werden, abgelöst vom größeren umfassenden Zusammenhang. In der Umgangssprache werden die beiden Begriffe allerdings nicht streng voneinander unterschieden.

Nach Antonio Damasio hängt die Vernunft von der Fähigkeit ab, Gefühle zu empfinden, denn Empfindungen sind seiner Meinung nach gewissermaßen die Wahrnehmungen der Körperlandschaft, wobei der Körper das Bezugssystem neuronaler Abläufe bildet (Stangl, 2018).

Der Begriff der Vernunft hat sich in den Zeitläuften also stets verändert und in seiner modernen Verwendung umfasst das Vermögen menschlichen Denkens, aus den im Verstand durch Beobachtung und Erfahrung erfassten Sachverhalten allgemein gültige Zusammenhänge der Wirklichkeit erschließen zu können, und zwar durch Schlussfolgerungen, deren Bedeutung zu erkennen, Regeln und Prinzipien aufzustellen und danach zu handeln. Michel Foucaults schließlich hat in „Wahnsinn und Gesellschaft“ dekonstruktiv aufzuzeigen versucht, dass auch Vernunft von jeher ein historisch wandelbares Konstrukt ist, wobei dieser Gedanke vermutlich für den Vernünftigen Wahnsinn sein muss, da er die Vernunft in Frage stellt und so dem Wahnsinn Tür und Tor öffnet.

Literatur

Foucault, Michel (1993). Wahnsinn und Gesellschaft. Eine Geschichte des Wahns im Zeitalter der Vernunft. Frankfurt am Main: Suhrkamp.
Stangl, W. (2018). Unterschied zwischen Emotion und Gefühl. Werner Stangls Arbeitsblätter-News.
WWW: http://arbeitsblaetter-news.stangl-taller.at/unterschied-zwischen-emotion-und-gefuehl/ (2018-09-21).
https://de.wikipedia.org/wiki/Vernunft (14-11-21)


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