Weltschmerz ist ein vom Dichter Jean Paul im 19. Jahrhundert geprägter Begriff für ein Gefühl der Trauer und schmerzhaft empfundener Melancholie, das jemand über seine eigene Unzulänglichkeit empfindet, die er zugleich als Teil der Unzulänglichkeit der Welt bzw. der bestehenden Verhältnisse betrachtet, und geht meist mit Pessimismus, Resignation oder Realitätsflucht einher. Im Weltschmerz sind bestimmte Wunschvorstellungen darüber enthalten, wie die Weltsein sollte, doch sie ist nicht so, entwickelt sich auch nicht so und vor allem, man kann nichts daran ändern. Wunschvorstellungen und Schemata prägen aber wohl das Leben aller Menschen, denn erstere dienen als Motivation und letztere sollen helfen, die Komplexität der Welt zu reduzieren. Beide können aber zu Fehlschlüssen führen, vor allem wenn man seine Wünsche auf andere Menschen projiziert.

Das Deutsche Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm benennt Weltschmerz übrigens als tiefe Traurigkeit über die Unzulänglichkeit der Welt. Die ursprüngliche Verwendung des Begriffs Weltschmerz in der Literatur oder der Musik enthielt dabei immer auch den Genuss am Leiden, war also nicht nur negativ konnotiert.

Übrigens wird der deutsche Begriff Weltschmerz in vielen Sprachen verwendet, so auch im Englischen: Weltschmerz (world-pain or world-weariness) denotes the kind of feeling experienced by someone who believes that physical reality can never satisfy the demands of the mind.


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