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Negativismus


Als Negativismus wird in der Psychologie ein ablehnendes Verhalten bezeichnet, wobei eine solche Phase nicht psychologisch auffälliger Erscheinungsformen in bestimmten menschlichern Entwicklungsstufen, etwa bei Kindern im Trotzalter oder in der Pubertät bei Jugendlichen, auftritt.

Als Negativismus wird auch die generelle Grundhaltung von Menschen bezeichnet, die im Leben immer das Schlimmste und Schlechteste erwarten. Das führt häufig dazu, dass diese Menschen in einer permanent negativen Grundhaltung verharren, in einen negativen Teufelskreis geraten und sich in der Folge sozial isolieren oder isoliert werden. Man nimmt übrigens an, dass Menschen, die immer nur das Schlechteste in ihren Gefühlen betrachten und ihre Traurigkeit oder Enttäuschung in den Vordergrund rücken, sich also zu viel mit den negativen Aspekten des Lebens auseinandersetzen, mit der Zeit in eine negative Denkspirale geraten, die in der Folge die Entstehung zahlreicher psychischer Erkrankungen begünstigt. Probanden eines Versuchs (Ford et al., 2017), die sich grämten, weil sie sich in einer Prüfungssituation schlecht fühlten, und die ihre negative Emotionenvon sich schoben, fühlen sich sich allerdings deutlich gestresster als jene Probanden, die ihre schlechte Laune einfach akzeptierten, ohne sich dafür selber zu verurteilen.

Eine Folge einer solchen negativen Grundhaltung ist das Katastrophendenken, eine Denkfalle, bei der Menschen grundsätzlich davon ausgehen, dass ihre Zukunft etwas Unangenehmes für sie bereit hält, woraus eine Art Angst vor dem nächsten Tag entsteht, ein Gefühl von existenzieller Unsicherheit, sodass in der Folge jedes Ereignis in ihrem Leben als Vorbote eines schrecklichen Untergangsszenarios erlebt wird. Dabei wird eine Neuorientierung nahezu ausgeschlossen, denn diese Menschen befinden sich in einer Art Opferhaltung, die sich mit einer allmächtigen Ohnmacht beschreiben lässt. Jeder Versuch, diesem Zustand zu entkommen, wird gefühlt wieder in einer Katastrophe enden, was für eine Art Endlosschleife sorgt, aus der sich ein Mensch nur selten alleine befreien kann. Ein Beispiel für Katastrophendenken ist etwa das Festhalten an einem Arbeitsplatz, obwohl man sich dort nicht mehr wohlfühlt. Man hält an diesem fest aus Angst, die Veränderung könnte noch schlimmer werden als die augenblickliche Situation. Eine weitere extreme Form des Katastrophendenkens ist es, ein Unglück, das anderen widerfahren ist, als sehr wahrscheinlich für das eigene Leben anzunehmen. Katastrophendenken versetzt Menschen in lähmende Angstzustände, sie werden passiv, vor allem in Momenten, in denen eigentlich Mut und Aktivität gefragt wären (Korz, 2019).

Der Negativismus ist ein psychiatrisches Symptom aus der Gruppe der Parakinesen, wobei Menschen entgegengesetzt zum von ihnen Verlangten bzw. Erwarteten handeln oder jede Handlung komplett verweigern. Man unterscheidet dabei einen aktiven Negativismus mit einem zur äußeren Erwartung gegenteiligen Verhalten, und einen passiven Negativismus mit Unterlassung einer erwarteten Handlung. Manche Betroffene können übrigens dadurch zur gewünschten Aktivität gebracht werden, indem man ihnen das Gegenteil des eigentlich Gewünschten anordnet (paradoxe Intention).

Literatur

Ford, B.Q., Lam, P., John, O.P. & Mauss I.B. (2017). The Psychological Health Benefits of Accepting Negative Emotions and Thoughts: Laboratory, Diary, and Longitudinal Evidence. J Pers Soc Psychol, doi: 10.1037/pspp0000157.
Korz, J. (2019). 5 Denkfehler, die uns blockieren.
WWW: https://www.business-wissen.de/artikel/psychologie-5-denkfehler-die-uns-blockieren/ (19-11-15)


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