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Entwicklungspsychologie

Die Entwicklungspsychologie befasst sich mit sämtlichen Fragestellungen hinsichtlich jener Veränderungsprozesse, die ein Mensch im Laufe seines gesamten Lebens durchläuft. Forschungsthemen, mit denen sich die Entwicklungspsychologie beschäftigt, beschränken sich nicht ausschließlich auf das Kindes- und Jugendalter, sondern gehen weit darüber hinaus. Die intensive Auseinandersetzung der Entwicklungspsychologie mit dem Kindes- und Jugendalter ist letztlich dem Umstand geschuldet, dass in diesen Phasen relativ zur verstrichenen Zeit mehr an Veränderung und Entwicklung stattfindet als im Erwachsenenalter, wobei auch Traditionen eine gewisse Rolle spielen. Über die Lebensspanne hinweg erlebt jeder Mensch Entwicklungsprozesse auf verschiedenen Ebenen, wobei sich Entwicklung vor allem auf Veränderungsprozesse beziehen. Am offensichtlichsten sind neben den körperlichen vor allem die kognitiven, sprachlichen und sozialen Veränderungen, sodass sie wichtige Forschungsbereiche der Entwicklungspsychologie darstellen. Die Entwicklungspsychologie hat als ein Teilgebiet der Psychologie, das früher stark von der Säuglings- und Kleinkindforschung geprägt war, immer mehr den Blick auf den gesamten Lebenszyklus des Menschen gerichtet. Ihr Gegenstand ist daher die Beschreibung und Erklärung sowie die Vorhersage und Beeinflussung menschlichen Erlebens und Verhaltens unter dem Aspekt der Veränderung über die gesamte Lebensspanne. Unter Entwicklung versteht man im Allgemeinen einen Prozess der Entstehung, der Veränderung bzw. des Vergehens, wobei es im der Psychologie der Entwicklung drei Prinzipien gibt:

  • das Prinzip des Wachstums,
  • das Prinzip der Reifung,
  • das Prinzip des Lernens.

Das Prinzip des Wachstums und Veränderung der Körperstruktur und zwar der Veränderung in Bezug auf Form, Größe, Anzahl, Lage und Position. Der Ausdruck Reifung bezeichnet die Entwicklung von Reflexen, Instinkten oder anderen unerlernten Verhaltensweisen. Die Prinzipien des Lernens beziehen sich außer auf den Bereich des traditionellen Konditionierens und der Extinktion auch auf den Bereich des schulischen Lernens und anderer Umwelteinflüsse. Die Entwicklungspsychologie hat demnach zu erklären, warum es zu Veränderungen kommt, warum es zu Stabilitäten kommt, und warum es diesbezüglich inter- und intraindividuelle Unterschiede gibt. Die Bedingungen können intern (in der Natur der Spezies Mensch, in den individuellen Anlagen, in der Person) liegen, sie können extern (in der physischen, sozialen oder sozial gestalteten Umwelt) sein. Interne und externe Bedingungen können additiv wirken oder interagieren.

Die Anfänge des Entwicklungsdenkens reichen bis Albertus Magnus (1200-1280) zurück, denn er forderte schon früh, dass Natursachverhalte mittels Empirie erforscht werden müssten, nicht mittels Theologie. Comenius (1529-1592) schließlich teilte das menschliche Lebensalter bis 24 in vier Stufen ein und forderte einen altersgerechten Unterricht. Jean Jacques Rousseau (1712-1778) plädierte für eine natürliche Reifung des Menschen, denn negative Einflüsse seien auf zivilisatorische Entwicklungen zurückzuführen. Sein „Emile“ gilt als Vorläufer der Stufen- und Phasentheorien. Johannes Nikolaus Tetens (1736-1807) suchte nach allgemeinen Entwicklungsgesetzen und beschäftigte sich mit den Entwicklungsverläufen und ihren Bedingungen über die gesamte Lebensspanne.

Siehe dazu ausführlich die Arbeitsblätter zur Entwicklungspsychologie.

Literatur

Zimbardo, P. G. (1983). Psychologie. Berlin, Heidelberg, New York. Tokyo: Springer-Verlag.



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