fear of missing out

Die fear of missing out – meist abgekürzt als FOMO – kennzeichnet die Angst, etwas zu verpassen, und ist die Form einer vor allem gesellschaftlichen Beklemmung, Angst oder Besorgnis. Das Phänomen beschreibt die zwanghafte Sorge mancher Menschen, eine soziale Interaktion, eine ungewöhnliche Erfahrung oder ein anderes befriedigendes Ereignis zu verpassen und nicht mehr auf dem Laufenden zu bleiben. Dieses Gefühl geht besonders mit modernen Technologien wie Mobiltelefonen und sozialen Netzwerken einher bzw. wird von diesen verursacht oder verstärkt.

Das populärwissenschaftliche Belastungsphänomen des fear of missing out ist meist dadurch gekennzeichnet, dass Menschen im Alltag von einer Vielzahl an Wahlmöglichkeiten erschlagen zu werden und das Gefühl haben, sich in einer Wahlsituation nur falsch entscheiden zu können. Dieses Phänomen kann übrigens auch rückwirkend auftreten, wenn ein Mensch das Gefühl hat, seine Zeit in den letzten Stunden, Tagen oder Wochen vergeudet zu haben. Wir leben in einer Zeit, in der die Zahl der Wahlmöglichkeiten im Alltag oft ins Unermessliche steigt, wobei ein sich steigernder Druck entsteht, erreichbar sein zu müssen und alles mitzubekommen. Vor allem in sozialen Netzwerken kann die Fear of missing out durch die Unmittelbarkeit der digitalen Kommunikation zur Sucht werden, denn der Informationsfluss ist in der zur Verfügung stehenden Zeit ja nicht einzudämmen bzw. gar nicht zu verarbeiten.

Im übrigen sind junge Menschen stärker von FOMO betroffen als ältere, außerdem junge Männer stärker als junge Frauen, wobei insgesamt Menschen stärker betroffen, die mit ihrem Leben und der Erfüllung ihrer Bedürfnisse wenig zufrieden sind.

Siehe dazu den Langtext zu FOMO: Fear of missing out – FOMO.


JOMO

Zeitgeistiges fand sich in einem Online-Magazin – JOMO (joy of missing out), also die Freude daran, etwas zu verpassen. Hier geht es um den bewussten Verzicht auf soziale Netzwerke und beschreibt eine Art Gegenbewegung zu FOMO, die zu mehr Ruhe und Zeit mit sich selbst aufruft. Es heißt dort: “Wer das Smartphone einmal weglegt, auf sämtliche Medien verzichtet und stattdessen zu einem Buch greift, spazieren geht, meditiert oder sich allein ins Kino oder Restaurant traut, kann Freude daran finden, soziale Aktivitäten zu verpassen. Der Hintergedanke: In einer schnelllebigen Welt tut es den meisten Menschen gut, einmal Zeit allein zu verbringen, ihren Gedanken freien Lauf zu lassen und zur Ruhe zu kommen. So kann man in sich gehen und die eigenen Wünsche und Probleme reflektieren”. Es wird dann auch genau beschrieben, wem JOMO Vorteile bringen können:

  • Sie sind daueronline und empfinden das als Freude und Qual zugleich. Das ständige Scrollen durch Instagram, Twitter und Co bereitet Ihnen schlechte Laune, weil Sie das vermeintlich perfekte Leben der anderen sehen.
  • Auch beruflich sind Sie ständig erreichbar, erledigen hier noch etwas in Ihrer Freizeit und antworten da noch dem Kollegen nach Feierabend, obwohl Sie es nicht müssten.
  • Wenn Freunde Sie zu einer Party einladen, können Sie nicht Nein sagen, obwohl Sie sich insgeheim schon auf den Couchabend gefreut haben.
  • Sie haben Netflix durchgesuchtet (sic! WIM).
  • Der letzte Spaziergang in der Natur liegt schon Ewigkeiten zurück.
  • Die permanente Geräuschkulisse um Sie herum lässt Ihnen keinen Raum zum Nachdenken. Ständig laufen Musik, der Fernseher oder Sprachnachrichten im Hintergrund.

Literatur

Appel, Markus, Krisch, Nina, Stein, Jan-Philipp & Weber, Silvana (2019). Smartphone Zombies! Pedestrians’ Distracted Walking as a Function of their Fear of Missing Out. Journal of Environmental Psychology, doi:10.1016/j.jenvp.2019.04.003.
http://de.wikipedia.org/wiki/Fomo (14-12-21)
https://praxistipps.focus.de/jomo-das-steckt-hinter-dem-trend_121139 (21-05-07)


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