Schlaf-Prokrastination

    Als Schlaf-Prokrastination bezeichnen Psychologen das Phänomen, dass viele Menschen zu wenig schlafen, weil sie das Schlafengehen wie eine unangenehme Aufgabe aufschieben. In einer holländischen Studie schlief jeder Dritte höchstens sechs Stunden pro Nacht und 84 Prozent der PobandInnen fühlten sich mindestens an einem Tag in der Woche übermüdet, wobei die meisten von ihnen nicht durch äußere Umstände davon abgehalten wurden, mehr zu schlafen, sondern sie waren dazu auf Grund mangelnder Selbstregulation einfach nicht in der Lage.

    Experten empfehlen sieben bis neun Stunden, wobei genug Schlaf einen wichtigen Gesundheitsfaktor darstellt, und nicht nur das Herzinfarktrisiko senkt, sondern ausreichender Schlaf hilft auch dem Gehirn, untertags Gelerntes besser zu verarbeiten. Außerdem führen Schlafdefizite zu Gewichtszunahme, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsschwächen sowie Stimmungsschwankungen. Wer zu wenig Zeit für ausreichend Schlaf zu haben glaubt, sollte sich überlegen, ob langes Fernsehen am Abend, Überstunden im Büro oder Ähnliches es tatsächlich wert sind, die eigene Gesundheit aufs Spiel zu setzten. Man sollte nach Expertensicht die Schlafenszeit genauso in den Tagesablauf einplanen wie Zeiten für Sport, Hobbys oder Arbeit.


    Revenge Bedtime Procrastination

    Wie man einem Artikel von Constantin Krüger entnehmen kann, gibt es sogar eine Revenge Bedtime Procrastination. Revenge Bedtime Procrastination beschreibt das abendliche Gefühl, wenn man nach einem anstrengenden Arbeitstag wenigstens noch irgendeine Form von Freizeit genießen möchte und dafür lange wach bleibt, obwohl man eigentlich müde ist und schlafen sollte. Dies ist eine Art Trotzreaktion, bei der man sich seine Freizeit von der verschobenen Work-Life-Balance zurückholt, und das auch um den Preis von zu wenig Sclaf. Angeblich kommt dieses Phänomen aus China, denn in der dortigen Leistungsgesellschaft arbeiten die Menschen noch viel mehr, was dazu führt, dass bei ihnen an Freizeit nur wenig zu denken ist. Nach Ansicht einer Psychologin versuchen Menschen sich damit zu rächen, weil sie gefühlt im Alltag überhaupt keine Kontrolle mehr haben und keine Freizeit mehr bekommen, und bedenken dabei nicht, dass wer seinen Schlaf für die Freizeit opfert, sich in erster Linie an sich selbst rächt. Auch was man dagegen tun kann, findet sich in diesem Artikel: Man sollte über den Tag verteilt eine halbe Stunde oder eine Stunde für sich selbe nehmen und so das Bedürfnis nach der Revenge Bedtime Procrastination am Abend abmildern.

    Literatur

    Kroese, Floor M., De Ridder, Denise T.D., Evers, Catharine & Adriaanse, Marieke A.(2014). Bedtime procrastination: introducing a new area of procrastination. Front. Psychol. 5:611. doi: 10.3389/fpsyg.2014.00611.
    https://www.futurezone.de/science/article232461157/Psychologie-Ein-Phaenomen-raubt-immer-mehr-Menschen-den-Schlaf.html (21-06-06)


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