sensorisches Gating

Das sensorische Gating bezeichnet einen Prozess der sensorischen Reizverarbeitung, wobei das Prinzip darin besteht, dass während der Verarbeitung eines bestimmten Reizes die Verarbeitung anderer, für eine jeweilige Aufgabe irrelevante Reize, unterdrückt wird. Wenn Menschen also mit der Welt interagieren, wenn sie z. B. mit der Hand einen Gegenstand berühren, verändert ihr Gehirn dieses Sinnessignal auf Basis einer Vorab-Erwartungshaltung, eben dem sensorischen Gating. Empirisch nachgewiesen wurde es etwa bei Ratten, denn wenn deren Tasthaare Objekte ertasten, finden sich Gating-Signale aus höheren Gehirnregionen, die die Signalstärke aus der aktiven Berührungswahrnehmung verringern, d. h., offenbar überformt die Erwartungshaltung, die in höheren Hirnregionen erzeugt wird, die aktuellen Sinneseindrücke. Solche Erwartungssignale können etwa für das Verständnis sensorischer Halluzinationen wie bei einer Schizophrenie eine wichtige Rolle spielen. Sensorisches Gating wird daher häufig als Diagnosekriterium für neuropsychologische Erkrankungen wie Schizophrenie oder Alzheimer-Krankheit genutzt. Die neurophysiologische Grundlage bildet die Hemung von Rezeptoren im Thalamus.


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