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Placebo by proxy


Placebo by Proxy bzw. Placebowirkung durch Nahestehende ist eine Erklärung der Wirkung von Scheinmedikamenten durch eine veränderte bzw. positiv gestimmte Behandlung des Behandelten durch die Betreuer. So ist ein häufiges Argument von Homöopathie-Anhängern für die Wirksamkeit der Therapie, dass Globuli oder Tropfen auch kleinen Kindern, Tieren und manchmal sogar Pflanzen helfen, die offensichtlich nicht an die Wirkung glauben können bzw. von der Behandlung gar nichts mitbekommen. In diesem Fall sind die Betreuer bzw. Besitzer die gesundheitsfördernde Kraft, denn wenn Menschen ein Medikament nehmen und eine Erwartungshaltung bezüglich seiner Wirkung aufbauen, hat das schon eine fördernde Wirkung auf den Gesundungsprozess, was jedoch nicht nur für die eigene Einnahme gilt. Zwar entwickeln Tiere diese Erwartungshaltung nicht, aber sein Besitzer zeigt diese oft in deutlichem Ausmaß. Wenn ein Tier erkrankt, ist die Besitzerin oder der Besitzer natürlich nervös, jedoch zeigen sie oder er eine positive Erwartung an die Gabe der Medikamente, beobachten den Krankheitsverlauf genau, reagieren sofort auf jede kleinste Verbesserung und entspannen sich, d. h., sie ändern ihr Verhalten, kümmern sich in der Regel auch mehr um das Kind oder das Tier, was alles positiv auf den Krankheitsverlauf wirkt.

Generell gilt, dass der Placebo-Effekt demnach nicht nur auf Einbildung basiert, wie oft behauptet wird, sondern wesentliche psychologischen Schlüssel zur Erklärung sind Erwartung und Lernvorgänge, was bedeutet, dass nicht alles von der Einnahme des Medikaments selbst, sondern viel auch vom Gespräch mit dem Arzt oder anderen Betreuer abhängt. Wenn es diesem gelingt, eine Erwartungshaltung in seinem Klienten zu erzeugen, werden die Beschwerden wahrscheinlicher gelindert. Eine solche Erwartungshaltung kann aber auch durch einen Lernprozess entstehen, wenn man etwa gute Erfahrungen mit einem Medikament gemacht hat, was Selbstheilungskräfte in Gang setzt, auch indem die positive Erwartung, dass die Schmerzen gelindert werden, schon dafür sorgen kann, dass das körpereigene absteigende schmerzmodulierende System angeschaltet wird, ein Ergebnis der Evolution, da das Gehirn in Extremsituationen dazu fähig ist, auch heftige Schmerzen auszuschalten. Die Schmerzlinderung von Placebos kann sich auch über körpereigene, morphiumähnliche Substanzen einstellen.

Literatur

McMillan, F. D. (1999). The Placebo Effect in Animals.  J Am Vet Med Assoc., 215, 992-999.


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