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Farbenblindheit


Die Farbenblindheit, Achromatopsie oder Achromasie ist eine Farbsinnstörung, bei der nicht Farben sondern nur Kontraste wahrgenommen werden. Bei der angeborenen Achromatopsie ist die Störung des Sehens in der Netzhaut lokalisiert, bei der erworbenen Achromatopsie liegt eine neurologische Störung der Farbwahrnehmung vor. Kann ein Mensch überhaupt keine Farben erkennen, spricht man von totaler Farbenblindheit bzw. Achromatopsie, wobei wegen eines genetischen Fehlers die Zapfen keine Farbreize weiterleiten können und sich im Laufe der Zeit zurückbilden. Eine solche Farbblindheit ist allerdings sehr selten, wobei davon Betroffene ihre Umgebung nur in Schwarz-Weiß-Kontrasten und sehr unscharf sehen, denn ohne funktionierende Zapfen haben sie maximal zwanzig Prozent Sehkraft. Da die Stäbchen eigentlich nicht für die Lichtverhältnisse am Tag ausgelegt sind, fühlen sich Achromaten schon bei normalem Licht geblendet. Farbblindheit kann man schon bei Babys feststellen; siehe dazu Farbensehen.

Der Begriff Farbenblindheit wird oft irreführend verwendet, da umgangssprachlich die Rot-Grün-Blindheit als Farbenblindheit bezeichnet wird, bei der es sich jedoch lediglich um eine in verschiedenen Ausprägungen vorliegende Farbenfehlsichtigkeit (Dyschromatopsie) bzw. Farbenanomalie handelt, die bei etwa fünf Prozent der Bevölkerung vorliegt, wobei überwiegend Männer davon betroffen sind. Durch Veränderungen in den Chromosomen kann es passieren, dass Gene nicht mehr richtig funktionieren, was im Falle einer Farbblindheit oder Farbsehstörung dazu führt, dass die Zapfen andere oder auch gar keine Farbreize aufnehmen können. Wie bei der Farbenblindkeit werden auch bei Farbsehschwächen diese Sehfehler vererbt, allerdings kommt es bei den Dyschromatopsien nicht zum völligen Ausfall des Farbsinns. Stattdessen nehmen Betroffene Farben anders wahr und haben manchmal Probleme, sie auseinanderzuhalten, wobei man je nachdem, welche Zapfenart betroffen ist, zwischen Rot-, Grün- und Blaublindheit unterscheidet. Am häufigsten ist die Rot- und Grün-Schwäche verbreitet, und weil diese über das X-Chromosom vererbt wird, sodass Männer, die nur ein X-Chromosom haben, öfter betroffen sind als Frauen, die zwei besitzen. Menschen mit Farbschwäche haben im Durchschnitt genauso viel Sehvermögen wie Menschen ohne, und nehmen ihre Umgebung auch nicht in schwarz-weiß wahr, sondern für sie sehen nur einige Farben ein grauer aus als für Normalsichtige. So verwechseln Menschen mit einer Blau-Schwäche häufig hellblau mit grau, dunkellila mit schwarz oder orange mit rot.

Ishihara-nummerBei einer Rot- oder Grün-Schwäche können diese beiden Farben nur schlecht unterschieden werden, wobei diese Störung sehr häufig ist und oft erst bei der Überprüfung der Fahrtauglichkeit im Zusammenhang mit dem Führerschein ersichtlich wird. Das wird mit Isihara-Tafeln untersucht, wobei es sich dabei um Bilder mit vielen bunten Punkten handelt, zwischen denen eine Zahl oder ein Buchstabe in einer anderen Farbe versteckt ist. Für Menschen, bei denen die Farbwahrnehmung normal funktioniert, ist es leicht, die Zeichen zu erkennen, hat jedoch jemand eine Farbschwäche, sieht er entweder ein falsches oder gar kein Zeichen, sondern einfach nur viele kleine Kreise.

Heilbar sind Farbenblindheit und Farbschwächen im Übrigen nicht.

Literatur

Stangl, W. (2011). Stichwort: ‘Farbensehen’. Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik.
WWW: https://lexikon.stangl.eu/11957/farbensehen-farbwahrnehmung/ (11-07-11)
https://www.faz.net/podcasts/wie-erklaere-ich-s-meinem-kind/kindern-erklaert-farbsehschwaechen-16841161.html (20-07-11)

Farbtafel: https://de.wikipedia.org/wiki/Ishihara-Farbtafel#/media/Datei:Ishihara_9.png (11-07-11)

Siehe dazu Farbsehen.


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