Interozeption

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Die Interozeption ist in der Psychologie der Oberbegriff für jene Komponenten der Wahrnehmung von Lebewesen, die Informationen über die eigenen Körperabschnitte Körperteile liefert. Dabei unterscheidet man die Propriozeption (Wahrnehmung von Körperlage und -bewegung im Raum) und die Viszerozeption (Wahrnehmung von Organtätigkeiten). An der Interozeption ist das vegetative Nervensystem maßgeblich beteiligt, das Körper und Gehirn verbindet und autonom die Organfunktionen regelt.

Das primäre Hirnareal für die Interozeption ist die Inselrinde, wobei dieses Areal auch für die Zeitwahrnehmung wesentlich ist. Dabei gelangen Körpersignale auch über spezifische Neuronenkerne des Thalamus bis zur Inselrinde, wodurch sie bewusst wahrnehmenbar sind. Daher lassen solche Körpersignale auch die Zeit wahrnehmen, d. h., das Erlebnis eines Körper-Ichs basiert auf der kontinuierlichen Aufnahme und Weiterverarbeitung von Signalen aus dem Körper über die Zeit hinweg. Über diesen Aufbau der Körperrepräsentation entsteht somit auch ein Gefühl für den Zeitablauf, das sich als kontinuierlich veränderndes Körper-Ich begreifen lässt. Da Prozesse in der Inselrinde nicht nur an der Interozeption beteiligt sind, sondern auch die Grundlage für die unmittelbare Wahrnehmung der eigenen Gefühle bilden, führen starke negative wie positive Emotionen zur subjektiven Zeitdehnung. Dabei integriert die vordere Inselrinde alle dem Organismus zur Verfügung stehenden Informationen eines gegebenen Augenblicks, wodurch sowohl Ich-Erleben als auch Zeitbewusstsein eng miteinander verknüpft werden.

Die Wahrnehmung der Außenwelt wird als Exterozeption bezeichnet.

Quelle
http://de.wikipedia.org/wiki/Interozeption (11-02-21)


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