Psychomotorik

Psychomotorik ist ein Sammelbegriff für die psychisch regulierte und regulierbare Motorik, zu der Bewegungen, Haltungen und Tonus gehören.

1. Definition
Vom lateinischen Wort  motor = Beweger. „Bewegungsabläufe, in denen sich ein bestimmter, normaler oder pathologischer, Geisteszustand oder eine bestimmte Persönlichkeitsstruktur (das Geschlecht, die Altersstufe, der Konstitutionstypus) ausdrücken“ (Kurt v. Sury 1967, S. 193).

2. Definition
„Griechisch – lateinische Bezeichnung  für die psychisch bedingten Bewegungsarten des Menschen, zum Beispiel Gang, Schrift, Mimik“ (Duden 1972, S. 1834).

3. Definition
„Psychomotorik“ ist ein Ausdruck aus dem Griechisch – lateinischen für das Bewegungsleben. Beispiele dafür sind alle dem Willen unterworfenen Bewegungen, aber auch Ausdrucksbewegungen und automatisierte Bewegungen, die im Unterschied zu apsychonomen Bewegungen (vegetativen Bewegungen), wie Darmperistaltik oder Gefäßbewegungen stehen. Unter psychomotorischen Anfällen versteht man jene relativ kurzen und harmlosen Anfälle von Temporalepilepsie, die mit Schmatz-, Kau- und Schnüffelbewegungen einher gehen. Das psychomotorische Gedächtnis ist der Inbegriff der „gekonnten“ Bewegungsvollzüge, die eine fortschreitende Präzisierung der Motorik ermöglichen (vgl. Wilhelm Hehlmann 1965, S. 442f).

4. Definition
Im „Lexikon der Psychologie“ wird „Psychomotorik“ als Oberbegriff  für den Phänomen- bzw. Forschungsbereich, der sich mit der menschlichen Bewegung, insbesondere mit solchen Bewegungsaspekten befasst, bei denen bewusste Prozesse, Ausdrucksprozesse und Prozesse des Willens eine große Rolle spielen, erklärt. Ganz im Gegensatz zu den Oberbegriffen Motorik bzw. Motilität, bei denen es sich stärker um automatisch – vegetativ gesteuerte Bewegungsprozesse handelt, wie sie zum Beispiel in den Magen- und Darmwänden vorkommen (vgl. Thomas Städtler 2003, S. 891).

5. Definition
Der Begriff Psychomotorik akzentuiert weitgehend den psychischen Anteil bei der Motorik. Dabei stehen Ausdrucksbewegungen und die Leistungsbewegungen im Vordergrund. Alle Motorik ist abhängig vom Typus, der Konstitution, dem Geschlecht usw. (vgl. Friedrich Dorsch 1976, S. 474).

Literatur
Dorsch, F. (1976). Psychologisches Wörterbuch. Bern/Stuttgart/Wien: Verlag Hans Huber.
Hehlmann, W. (1965). Wörterbuch der Psychologie. Stuttgart: Alfred Kröner Verlag.
Duden. (1972). Psychomotorik. Band 3 (P – Z) – „S. 1834“. Mannheim/Wien/Zürich: Dudenverlag.
Städtler, T. (2003). Lexikon der Psychologie. Stuttgart: Alfred Kröner Verlag.
Von Sury, K. (1967). Wörterbuch der Psychologie und ihrer Grenzgebiete. Basel/Stuttgart: Schwabe & CO. Verlag.




Falls Sie in diesem Beitrag nicht fündig geworden sind, können Sie mit der folgenden Suche weiter recherchieren:


Das Lexikon in Ihren Netzwerken empfehlen:

You must be logged in to post a comment.

Diese Seiten sind Bestandteil der Domain www.stangl.eu

© Werner Stangl Linz 2017