Eye-Tracking

Unter Eye-Tracking bzw. Blickverlaufsmessung versteht man das Aufzeichnen der hauptsächlich aus Fixationen (Punkte, die man genau betrachtet) und Sakkaden (schnellen Augenbewegungen) bestehenden Blickbewegungen einer Person. Eye-Tracking ermöglicht, das Sehen eines Probanden zu analysieren.
Eye-Tracking wird auch in der entwicklungspsychologischen Forschung eingesetzt und ermöglicht den ForscherInnen, zielgerichtete Handlungen von Säuglingen noch vor der Entwicklung von Feinmotorik und Sprache zu untersuchen. Mit Eye-Tracking kann die kindliche Entwicklung schon wesentlich früher untersucht werden, da sich die Feinmotorik der Arme und Beine erst im Alter von acht bis zehn Monaten soweit entwickelt, dass Kleinkinder gezielte Bewegungen ausführen können.

Bei der Webseitenentwicklung ist Eye-Tracking eine Methode zur Messung und Verbesserung der Usability bzw. Nutzerfreundlichkeit. Durch eine im oder vor dem Monitor platzierte Kamera ist es während einer Eye-Tracking-Sitzung möglich, sämtliche Daten wie Augenbewegungen (Fixationen, Sakkaden, Blickverläufe), aber auch Mausbewegungen und Klicks zu erfassen. Dadurch lassen sich das Suchverhalten und die Aufmerksamkeitsdauer eines Probanden bei der Nutzung einer Webseite ermitteln und so objektivere Rückschlüsse über weitgehend unbewusste Wahrnehmungs-, Aufmerksamkeits- und Informationsverarbeitungsprozesse erhalten. Kombiniert mit Beobachtungs- und Befragungsdaten unterstützen solche Blickverlaufsmessungen die Interpretation des Nutzerverhaltens und liefern wertvolle Hinweise zur inhaltlichen und gestalterischen Optimierung von Internetanwendungen.

eyetracking

Beispie: Die Fixationen von 30 Menschen auf einer Facebook-Seite.

Um auszuwerten, ob die psychologischen Maßnahmen wirklich funktioniert haben, wird von Marktforschungsinstituten nicht nur mittels Eye-Tracking ermittelt, wie sich Kunden auf den Webseiten des Shops verhalten, sondern auch online kann ein Onlineshop-Betreiber herausfinden, wie die Kunden agieren, und zwar über das Mousetracking, bei dem alle Mausbewegungen und Klicks dokumentiert werden.

Auch die psychologische Grundlagenforschung nutzt Eyetracking-Systeme, um die menschliche Wahrnehmung besser zu verstehen, wobei vor allem auch untersucht wird, welche Rolle das Gedächtnis beim Suchen spielt. Jeden Tag suchen Menschen zwischen einer Vielzahl von Objekten ein ganz bestimmtes heraus, etwa den richtigen Schlüssel an einem Schlüsselbund oder auch ein Gesicht in einer Menschenmenge. Viele Objekte ähneln einander auf den ersten Blick, daher muss man meist eines nach dem anderen überprüfen, um das richtige zu finden. Wie diese visuelle Suche funktioniert und welche Rolle das Gedächtnis dabei spielt, untersuchen Psychologen der Universität Graz (Anja Ischebeck & Christof Körner) nun in einem Forschungsprojekt, wobei vor allem untersucht wird, welche Aufmerksamkeits- und Gedächtnisprozesse bei der visuellen Suche eine Rolle spielen. Einerseits weiß man, dass die visuelle Suche ein so hoch automatisierter Prozess ist, dass er kein Gedächtnis braucht, doch vermutet man nach Vortests, dass auch beim Finden von Objekten Gedächtnisprozesse wirksam sind. In diesen wurden Studenten gebeten, in Kreisen den Buchstaben T zu finden, der ein-, zwei- oder auch keinmal vorkommen konnte. Als Ablenkung dienten viele L. Kommt das T nun einmal vor, muss ich mir dessen Position merken, um ein zweites nicht mit ihm zu verwechseln, wobei es zu einer Aktivierung des Gehirns kam.

Bildquelle: K2_UX / flickr.com, Lizenz: CC-BY-SA




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