Metaanalyse

Eine Metaanalyse bezeichnet in der Psychologie ein Verfahren zur statistischen Zusammenfassung der Ergebnisse vieler unterschiedlicher Studien, meist um eine Zusammenfassung des Forschungsstandes zu demonstrieren. Metaanalysen sind daher meist Überblicksstudien, die zahlreiche Arbeiten zu einem Forschungsthema zusammenfassen und statistisch auswerten, wodurch man sich auch erhofft, verlässlichere Aussagen zu der jeweiligen Forschungsfrage machen zu können, als es einzelne Untersuchungen erlauben.

Beispiele für Metaanalysen

Stalking ist ein weitverbreitetes Phänomen mit einer hohen Dunkelziffer. Eine Metaanalyse von insgesamt 103 Studien mit insgesamt siebzigtausend Personen (Opfer) ergab, dass 24 Prozent aller Frauen und 10 Prozent aller Männer mindestens einmal in ihrem Leben Erfahrungen mit Verfolgung und Belästigung gemacht haben. Von den Opfern selbst sind etwa zwei Drittel Frauen. Die Dauer der Verfolgung/Belästigung beträgt im Durchschnitt etwa 26 Monate, wobei sich allerdings eine große Spannweite von einem Monat bis zu 30 Jahren ergibt. Etwa die Hälfte aller Stalker sind Ex-Partner nach Trennung oder Scheidung.
Quelle: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/KOMMUNIKATION/Stalking.shtml
Eine Metaanalyse in Bezug auf das prospektive Gedächtnis ergab, dass ältere Erwachsene im Allgemeinen eine verminderte Leistung in laborbasierten prospektiven Gedächtnisaufgaben aufweisen, für ereignisbasierte Aufgaben, die sich durch relativ geringe strategische Anforderungen auszeichnen, konnte kein signifikanter Alterseffekt gefunden werden. Hingegen ergab sich ein relativ großer Alterseffekt in ereignisbasierten Aufgaben, welche hohe strategische Anforderungen an das kognitive System stellen. Die Tatsache, wie sehr strategische, kontrollierte Prozesse zur erfolgreichen Bewältigung der Aufgabe beitragen müssen, hat auch Auswirkungen auf die potentiellen Altersunterschiede. Die Existenz von Altersdefiziten ist direkt davon abhängig, ob die Lösung der spezifischen Aufgabe eher automatisch oder eher kontrolliert abläuft. Dies deutet darauf hin, dass das prospektive Erinnern im hohen Erwachsenenalter fehleranfälliger und zu einer zunehmenden Herausforderung wird. Generell tendieren ältere Erwachsene dazu, eine verminderte Anzahl korrekter ereignis –oder zeitbasierter prospektiver Reaktionen zu zeigen, diese sind zudem von einer längeren Latenzzeit begleitet. Befunde gehen davon aus, dass das höhere Erwachsenenalter mit einer verminderten Fähigkeit verbunden ist, Intentionen in das Gedächtnissystem zu enkodieren, neue Assoziationen zwischen prospektiven Hinweisreizen und intendierten Handlungen zu bilden oder prospektive Hinweisreize in der Umwelt zu entdecken.
Quelle: http://www.stangl.eu/psychologie/artikel/prospektives-gedaechtnis.shtml
In einer Metaanalyse hat man die negativen Auswirkungen untersucht, die Einsamkeit auf Blutdruck, Schlafqualität, Demenz und andere Größen hat, aus denen hervorgeht, wie gesund ein Mensch ist. Einsamkeit ist also ähnlich wie Übergewicht oder Rauchen, ein gesundheitlicher Risikofaktor, den man gezielt beeinflussen kann, um die Gesundheit von Menschen in verschiedenen Bereichen zu verbessern. Die effektivste Methode, um einem Menschen aus seiner Einsamkeit zu helfen, ist zu ändern, wie er andere wahrnimmt und über sie denkt, denn Forscher fanden in einer Metaanalyse bisheriger Untersuchungen einen zwar geringen aber statistisch signifikanten Behandlungseffekt bei Therapien, die auf die soziale Kognition abzielten, also darauf, wie ein Mensch über sich selbst und andere denkt. Menschen, die aus dem Zyklus negativer Gedanken über ihren Selbstwert und ihren Eindruck auf andere ausbrechen, haben die daher besten Chancen, aus ihrer Lage herauszukommen. Bei den effektiven Behandlungsmethoden geht es also nicht so sehr darum, dafür zu sorgen, dass die Menschen andere zum Interagieren haben, sondern die Wahrnehmung zu verändern, wie sie andere wahrnehmen, über sie denken und sich ihnen gegenüber verhalten.
Quelle: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/EMOTION/Depression.shtml



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