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kognitive Verhaltenstherapie

Die kognitive Verhaltenstherapie ist eine in der Psychologie weit verbreitete, integrative Therapieform, bei der die Techniken der kognitiven Therapie (z.B. die Veränderung der selbstabwertenden Gedankenmuster) mit den Techniken der Verhaltenstherapie (Verhaltensänderung) kombiniert werden, wobei neben der störungsspezifischen Behandlung auch die Bearbeitung persönlicher Bedingungsfaktoren erfolgen muss.

Im Gegensatz zur Tiefenpsychologie und Psychoanalyse konzentrieren sich Therapiesitzungen der kognitiven Verhaltenstherapie nicht auf die Vergangenheit, sondern auf das Hier und Jetzt. Zwar sind die Einstellungen und Verhaltensmuster in der Vergangenheit durch bestimmte Lebenserfahrungen entstanden, jedoch geht es in der Sitzung darum, genau die gegenwärtigen ungünstigen Denkgewohnheiten zu analysieren, die zu emotionalen Belastungen im Alltag und damit zur Beeinträchtigung der Lebensqualität führen. Neue Sichtweisen, veränderte Verhaltensgewohnheiten und eine daraus resultierende verbesserte emotionale Befindlichkeit führen zu einer höheren Lebenszufriedenheit.

Im Rahmen der kognitiven Verhaltenstherapie geht man von einer Wechselwirkung von Gedanken, Gefühlen und Verhalten aus, d. h., die Gedanken beeinflussen die Gefühle und das Verhalten bzw. umgekehrt. Albert Ellis entwickelte im Rahmen seiner rational-emotiven-kognitiven Ansatz das ABC-Modell (Activating Events, Beliefs and Consequences), das besagt, dass abhängig davon, wie ein Mensch ein Ereignis bewertet, dieses das darauffolgende Gefühl beeinflusst, was dann wieder Konsequenzen für das Verhalten zeitigt. Wichtig in diesem Ansatz ist die klare Unterscheidung zwischen Gefühlen und Emotionen. Gefühle sind dabei eine sensorische Empfindung und Wertung, z.B. heiß, kalt, bestimmte Schmerzen usw., während Emotionen die Verknüpfung mit einem Gefühl darstellen, die durch Gedanken bewertet werden. Die Bewertung findet dabei zwischen gut und schlecht statt, und entsteht auf Grund der eigenen oder von außen übernommenen Erfahrungen. Dieses führt zu einem Gefühl oder Handeln des Wollens (Appetenz) oder der Ablehnung (Aversion) der jeweiligen Angelegenheit gegenüber. So können zwei Menschen z. B. das Gleiche erleben, es aber äußerst unterschiedlich bewerten und demzufolge auch unterschiedlich handeln. Wenn diese zwei Menschen etwa Absage für ein lange geplantes Treffen erhalten, denkt der eine, dass man ihn nicht bei der Besprechung dabeihaben will, was z. B. Trauer auslösen kann, die dann zu einem Rückzug führen können. Der andere hingegen denkt, dass der Vorgesetzte vielbeschäftigt ist und einfach keine Zeit hatte, was vermutlich keine negative Konsequenz nach sich ziehen wird.

Die kognitive Verhaltenstherapie ist die effektivste unter den anerkannten Psychotherapiemethoden, insbesondere bei Zwangserkrankungen.

Siehe dazu den idealtypischen Therapieverlauf einer kognitiven Verhaltenstherapie.

Literatur
Ambühl, H. (2005). Kognitive Verhaltenstherapie bei Zwangsstörungen. In Ambühl, H. (Hrsg.), Psychotherapie der Zwangsstörungen (S. 69-87). Stuttgart: Thieme.
Ecker, W. (2001). Verhaltenstherapie bei Zwängen. Lengerich: Pabst Science Publishers.
Lakatos, A. & Reinecker, H. (2001). Kognitive Verhaltenstherapie bei Zwangsstörungen. Göttingen: Hogrefe.
Stangl, W. (2018). Kurzzeittherapeutischen Schulen. [werner stangl]s arbeitsblätter.
WWW: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/PSYCHOTHERAPIE/Kurzzeittherapien.shtml (2018-02-08).


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