Händigkeit

Als Händigkeit bezeichnet man bei Menschen und auch bei Tieren die bevorzugte Verwendung einer bestimmten Hand für anspruchsvolle und feinmotorische Tätigkeiten, wobei man von Linkshändern bzw. Rechtshändern spricht. Der Grad der Händigkeit kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein und die Händigkeit kann sich auch im Laufe des Lebens verändern, wobei Lernen, vor allem Modelllernen dafür verantwortlich ist. Beidhändigkeit (Ambidextrie) bezeichnet die Fähigkeit, die eigenen Arme oder Beine völlig gleichwertig einzusetzen.

Aus Studien ist bekannt, dass ungeborene Kinder schon früh asymmetrische Handbewegungen machen, denn ab der 13. Schwangerschaftswoche saugen Ungeborene entweder bevorzugt am rechten oder am linken Daumen. Bei Untersuchungen der Genexpression im Rückenmark während der achten bis zwölften Schwangerschaftswoche (Ocklenburg et al., 2017) fand man in der achten Woche bereits deutliche Rechts-links-Unterschiede, und zwar in genau jenen Rückenmarkssegementen, die Bewegungen der Arme und Beine steuern. Es ist daher vermutlich nicht das Gehirn, sondern das Rückenmark, das die Händiget steuert. Die asymmetrische Genaktivität scheint auch in epigenetischen Faktoren zu liegen, die Einflüsse durch die Umwelt widerspiegeln, die etwa dazu führen, dass Enzyme Methylgruppen an die DNA anheften, und so dafür sorgen, dass Gene vermindert abgelesen werden. Da dies in unterschiedlichem Ausmaß im linken und rechten Rückenmark passiert, sind die Gene auf beiden Seiten unterschiedlich stark aktiv.

Siehe auch Lateralisation.

Literatur

Ocklenburg, S. & Schmitz, J. & Güntürkün, O. (2017). Epigenetic regulation of lateralized fetal spinal gene expression underlies hemispheric asymmetries. eLife, doi: 10.7554/eLife.22784.
https://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%A4ndigkeit (14-11-14)




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