Kindchenschema
Das Kindchenschema umfasst eine Reihe kindlicher Körpermerkmale, etwa einen großen Kopf mit hoher Stirn, runde Wangen und große Augen. Verhaltensstudien bestätigen die Wirkung des Kindchenschemas auf Erwachsene. Die neurobiologischen Grundlagen dieses sozialen Instinkts sind eine ansteigende Aktivität im Nucleus accumbens, einer Hirnregion, die als Belohnungszentrum bekannt ist, und weitere Areale, die bei Gesichterverarbeitung und Aufmerksamkeit eine Rolle spielen. Offensichtlich gibt es eine neurophysiologische Basis für den Impuls, sich um alles zu kümmern, was einem Baby ähnlich sieht. Allerdings wird dadurch das Verhalten der Mutter nicht determiniert, dass sie quasi nur auf dargebotene Auslöser wie z.B. das “Kindchenschema” bloß reagiert. Die Empirie zeigt , dass viele Mütter überhaupt nicht wissen, wie sie mit ihrem Kind umgehen sollen, sondern nur das jeweilige soziale Umfeld gibt ihnen die Regeln vor, wie sie ihr Kind behandeln sollen. Die soziale Determination bestimmt also das menschliche Miteinander und nicht ein genetisch determinierter Instinkt.
Quelle: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/MORALISCHEENTWICKLUNG/NatuerlicheMoral.shtml (09-02-02)
