Reaffiliationsbedürfnis

Als Reaffiliationsbedürfnis – reaffiliation motive – bezeichnet man die Tendenz von Menschen, die sich einsam fühlen, rasch wieder Anschluss an eine Gemeinschaft zu finden. Einsamkeit allein ist für den Menschen jedoch noch nicht schädlich, sondern vielmehr ein normaler Teil des Lebens, wobei sich fast alle Menschen im Laufe ihres Lebens ein- oder mehrmals einsam fühlen. Doch als soziales Wesen versuchen Vereinsamte schnell wieder nach Anschluss, wobei man diesen Impuls eben als Reaffiliationsbedürfnis oder Wiederangliederungsmotivation bezeichnet. Probleme bei einsamen Menschen beginnen dann, wenn diese Motivation fehlt oder scheitert, wobei vor allem bei älteren Menschen der fehlende Impuls zur Kontaktaufnahme oft mit einer beginnenden Depression verbunden ist, wobei noch nicht geklärt ist, ob die Einsamkeit nur ein Symptom oder doch die Ursache der depressiven Störung ist. Einsame Menschen übertragen das Gefühl des Ausgeschlossenseins oft auf die wenigen noch verbliebenen Kontakte, sodass sich diese auch von ihnen zurückziehen. In einer Studie zeigte sich, dass mehr als die Hälfte der Freunde und Angehörige von einsamen Menschen innerhalb von zwei Jahren selbst Gefühle von Einsamkeit entwickelten, wofür vermutlich die negative Ausstrahlung einsamer Menschen verantwortlich sein kann, denn die wirken meist misstrauisch und pessimistisch.

Siehe dazu auch das Affiliationsbedürfnis.





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