Hyperarousal

Hyperarousal bezeichnet eine meist unter Stress auftretende Übererregung, wobei häufige Symptome dieser Übererregung Schlafstörungen, Schreckhaftigkeit, erhöhte Reizbarkeit und mangelnde Affekttoleranz sind. Hyperarousal ist ein Zustand, der vor allem aus der Angst, nicht schlafen zu können, entsteht, und sich als ständiges Beschäftigtsein mit dem Thema auch während des Tages als Belastung äußert und das Problem zusätzlich verstärkt.

Manche Menschen sind übrigens grundsätzlich emotional labiler und leichter erregbar als andere, weil das Emotionszentrum in ihrem Gehirn eine niedrigere Reizschwelle besitzt als das von weniger sensiblen Menschen. Reizbarkeit gilt in der Psychologie als Zeichen für eine starke Ausprägung des Neurotizismus, der zu den fünf grundlegenden Dimensionen der Persönlichkeit, den Big Five, gezählt wird.

Man nimmt auch an, dass bei sehr leicht reizbaren Menschen die Emotionsregulation gestört ist, denn es wird in einem evolutionär sehr alten Teil des Gehirns, der Amygdala, entschieden, ob etwa eine kritische Äußerung emotionale Bedeutung hat, etwa wenn diese auf eine Bedrohung hindeutet. Dann wird im präfrontalen Cortex geprüft, ob die Situation wirklich gefährlich ist oder ob die erste spontane emotionale Reaktion passend war. Stellt sich dabei heraus, dass keine Bedrohung besteht, sorgt der präfrontale Cortex schließlich dafür, dass aufkeimende Gefühlsregungen wie Ärger oder Angst wieder unterdrückt werden. Untersuchungen zeigen, dass bei den leicht reizbaren Menschen oft die Konnektivität zwischen den beiden Gehirnhälften schwächer ausgebildet ist. Meist kommt bei solchen Menschen noch hinzu, dass sie Reize intensiver wahrnehmen als andere, dass sie also dünnhäutiger sind.

Literatur & Quellen

http://www.zeit.de/zeit-wissen/2017/03/emotionen-neurowissenschaft-gehirn-reizbarkeit-neurosen (17-05-12)




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