reflexives Lernen

Bei der Analyse lernender Organisationen, die die Forschung als komplexe Wissenssysteme auffassen, findet man organisationales Lernen als jenen Prozess, in dem das Wissen um spezifische Wirkungsweisen und Wissenszusammenhänge entwickelt, verankert und für künftige Problemlösungserfordernisse gesammelt, verwaltet und organisiert wird. Man unterscheidet dabei zwischen single-loop learning (einfaches, adaptives Lernen), double-loop learning (komplexes generatives Lernen) und deutero learning (reflexives Lernen).
Beim reflexiven Lernen bedeutet Reflexion wesentlich mehr als nur nachzudenken, sondern es ist ein Prozess, der meist in Problemsituationen angestoßen wird und auf eine Lösungsfindung dieses Problems hinzielt. Reflexion meint damit eine kritische Betrachtung eines Gegenstands, die ein erhöhtes Bewusstsein mit sich bringt, wobei die Fähigkeit zu reflektieren durchaus nicht trivial ist, was man etwa im Falle der Selbstreflexivität veranschaulichen kann, bei dem die eigene Person zum Gegenstand der kritischen Analyse wird, was die eigenen Handlungen, die persönliche Lernkompetenz, aber auch ein kritisches Betrachten des eigenen Denkens mit einschließt. Reflexives Lernen basiert auf problemlösendem Handeln, denn die Reflexion kann nicht allein in der Bestimmung eines Lösungsansatzes enden, ohne dass eine Umsetzung der intendierten Lösung erfolgt. Es muss daher ein konkretes neues Verhalten ausprobiert und danach kritisch bewertet werden. Reflexives Lernen muss daher gelernt werden, wobei in den traditionellen Schulformen diese Art des Lernens kaum vermittelt wird, da in diesen zwar Lehrinhalte vermittelt und abgefragt werden, die Umsetzung dieses Wissens in konkreten Problemsituationen darin aber keinen Platz hat. Beim reflexiven Lernen  steht der Lernende mit der persönlichen Kompetenzentwicklung im Mittelpunkt, d. h., er muss sein individuelles Probleme selbst definieren und dafür verschiedene Lösungsansätze entwickeln, die er dann im Alltag anwenden und bewerten kann. Daraus entwickelt sich allmählich jene problemlösende Handlungskompetenz, die sich nicht alleine in theoretischem Wissen darstellt und darstellen lässt.

Literatur
Stangl, W. (1997). Der HALB-Test – Das Modell.
WWW: http://www.stangl-taller.at/ARBEITSBLAETTER/TEST/HALB/theorie.shtml (97-11-12)





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