Autosexualität

Vorbemerkung: Sie erwarten sich auf dieser Seite eine wissenschaftliche Definition des oben genannten Begriffes, wie er in der wissenschaftlichen Psychologie verwendet wird. Aus bestimmten Gründen – etwa durch die realitätsfernen Bestimmungen von manchen Suchmaschinen – kann dies hier aber nicht in aller Deutlichkeit und wissenschaftlicher Klarheit erfolgen, sondern der Autor muss sich mit Umschreibungen zufrieden geben, in der Hoffnung, dass die Rezipientin bzw. der Rezipient bei dieser Definition ohnehin weiß, worum es dabei geht.

Zunächst Historisches: Der Begriff wurde von Sigmund Freud geprägt, und wird im Volksmund auch häufig anders bezeichnet. Nach Auffassung der Psychoanalyse verkörpert dieser hier nicht im Wortlaut genannte Begriff in der Entwicklung der Libido jenes Stadium, in dem die einzelnen auf Reizung der verschiedenen Zonen des menschlichen Körpers gerichteten Triebteile nach Befriedigung suchen. Es gibt dabei kein übergeordnetes Ziel oder Objekt der Libido, denn dieses Ziel stellt erst die Periode des Narzissmus her, in der das Selbst als erstes, ursprünglichstes Objekt der Libido erlebbar wird.

Diese Form ist ein wesentlicher Bestandteil der Verliebtheit eines Menschen in sich selbst, und bezeichnet demnach eine der Lust am eigenen Selbst dienende Betätigung, wobei typische Verhaltensweisen in der frühen Kindheit Zungen- und Fingersaugen (orale Phase), das Zurückhalten des Stuhls, um bei seiner Ausscheidung die betreffende Schleimhaut besonders zu reizen (anale Phase) und die Befriedigung durch Manipulation bestimmter einschlägiger Organe sind. Dieser oben genannte Begriff dient demnach der Lust am eigenen Selbst, die eine grundlegende Vorstufe in der diesbezüglichen Entwicklung darstellt.

Diese Form der Selbstliebe bildet eine Voraussetzung dafür, dass auch andere Menschen geliebt werden können. Diese mehr oder weniger intensive Erkundung mit den eigenen Händen stellt für die meisten Kinder und Jugendlichen eine erste wichtige diesbezügliche Erfahrung und für die Erwachsenen eine wichtige Ergänzungserfahrung für das spätere Zusammensein mit einem Partner dar. Vor allem Jugendliche können dadurch erkunden, auf welche Weise sie bei ganz gezielten Berührungen reagieren, um jene wichtigen Areale zu entdecken, und somit eine Möglichkeit erhalten, die sehr unterschiedlichen Formen zu erleben. Die Tiefenpsychologie nimmt an, das die Reifung des Menschen von dieser Form über die Homogeschlechtlichkeit zur Heteroeschlechtlichkeit führt. Daher ist die Ansicht, diese hier nicht näher bezeichneten Tätigkeiten als Fehlform des kindlichen oder jugendlichen Verhaltens zu betrachten, aus entwicklungspsychologischer Sicht strikt abzulehnen.

Diese erste Übung ist nach Ansicht der Entwicklungspsychologie und Medizin besonders bei Heranwachsenden wichtig, sie kommt bei fast allen Kindern vor und in der Pubertät vor, ist unschädlich und ein nützliches und selbstverständliches Verhalten. Die Pubertät ist bekanntlich eine Umbruchzeit, und in dieser Zeit kann diese Erfahrung jedoch auch an und durch andere Personen ausgeführt werden, es gibt aber auch mannigfaltige Werkzeuge, die zur Unterstützung der Erprobung eingesetzt werden können. Diese oben genannte Tätigkeit wird aus Sicht der Medizin nur dann als störend oder sogar krankhaft gewertet, wenn sie öffentlich bzw. zwanghaft ausgeübt und zur Sucht wird (siehe auch Exhibitionismus).

Für Menschen, die solche Gewohnheiten als Sucht einschätzen und von ihnen loszukommen versuchen, gibt es Selbsthilfegruppen – in Österreich: https://www.safersurfing.org/hilfe-bei-abhaengigkeit/).

Übrigens kann die auch heute noch anzutreffende und traditionelle leibfeindliche Erziehung, die bei Kindern diese spielerische Betätigung verbietet und in vielen Fällen sogar bestraft, um eine nach Ansicht der Erwachsenen richtige Form dieses Verhaltens zu fördern, genau das Gegenteil bewirken. Bei Kindern kommt es in diesem Fall zu einer Verbindung von natürlicher Scham und Angstgefühlen, die später einer reifen erwachsenen Tätigkeit entgegenstehen. Traditioneller Weise spielen in diesem Alter auch die vermittelten religiöse Anschauungen eine große Rolle, da diese solche Betätigungen unter Androhung der Sündhaftigkeit rigoros verbieten (Stichwort: Selbstbefleckung, Ipsation). Absurderweise wurden früher diesem Verhalten zahlreiche irrationale Krankheitsfolgen wie die berüchtigte Rückenmarkserweichung zugeschrieben, um vor allem (männliche) Jugendliche davon abzuhalten. Hinzu kommt die im Fall eines generellen Verzichts bei männlichen Jugendlichen die dann physiologisch oft zwingend darauf folgende pollutio nocturna, wobei eine solche auch während eines Tagschlafes auftreten kann und bei manchen Betroffenen traumatische Folgen zeitigen kann. Im übrigen ist der nächtliche Erguss auch bei Erwachsenen, die zu wenig Möglichkeiten einer Triebabfuhr haben, anzutreffen. Die Pollution wird meist durch einen unbewussten Prozess ausgelöst, der ohne aktives Zutun und ohne Wachbewusstsein auftreten kann. Ein direkter Zusammenhang zwischen Erguss und Enthaltsamkeit kann jedoch nicht hergestellt werden, da unbenutztes Material auch vom Körper wieder rezipiert werden kann.


Eine unzensurierte Fassung dieses Artikels findet sich ganz unten im Inhaltsverzeichnis, auf die hier nicht direkt verlinkt wird, die aber von der geschätzten Leserin oder dem geschätzten Leser sicher selbst entdeckt werden kann.


Literatur

Mietzel, Gerd (2002). Wege in die Entwicklungspsychologie. Kindheit und Jugend. Weinheim: BeltzPVU.
Stangl, W. (2009). Körperliche und s. Entwicklung im Jugendalter. [werner stangl]s arbeitsblätter.
WWW: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/PSYCHOLOGIEENTWICKLUNG/KoerperlicheEntwicklung.shtml (09-01-09).
Stangl, W. (1998). Körperliche Entwicklung und S. von Jugendlichen
WWW: http://www.stangl.eu/psychologie/entwicklung/S.-Jugend.shtml (98-01-09).
Stangl, W. (2002). Körperliche Entwicklung und S.. [werner stangl]s arbeitsblätter.
WWW: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/JUGENDALTER/Koerper-S.-Entwicklung.shtml (02-01-09).
https://de.wikipediAutosexualitätorg/wiki/M. (12-11-21)
https://deximed.de/home/b/gynaekologie/patienteninformationen/sexualberatung/m.-o./ (12-11-21)
https://www.netdoktor.at/s./s./m.-mann-5799 (16-02-13)



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