soziales Lächeln

Ein Lächeln ist die kürzeste Entfernung
zwischen zwei Menschen.
Victor Borge

Als soziales Lächeln oder Widerlächeln bezeichnet man in der Entwicklungspsychologie die Fähigkeit des etwa acht Wochen alten Säuglings, auf Gesichter seiner Umgebung mit einem Lächeln zu reagieren. Es zielt evolutionär vermutlich auf die Herstellung einer günstigen sozialen Interaktion bzw. einer Gefahrenabwehr. Lächeln ist demnach eine angeborene Möglichkeit zur gegenseitigen Kontaktaufnahme, wobei sich bei manchen Primaten dafür erste Anzeichen finden lassen.

Mund- und Augenringmuskulatur sind bei Menschen aller Kulturen von klein auf im Einsatz, um diesen Gesichtsausdruck des Lächelns zu formen, wobei es schon damit beginnt, dass Neugeborene ihr Gesicht oft im Schlaf zu etwas verziehen, was wie ein Lächeln aussieht, jedoch noch keines ist. Erst wenn motorische Strukturen unterhalb der Großhirnrinde, die willkürliche Bewegungen steuern, voll funktionsfähig sind, ist soziales Lächeln möglich. Manche behaupten, dass das soziale Lächeln ein universeller Meilensteine in der Entwicklung des Menschen ist, denn sogar von Geburt an blinde Säuglinge sind dazu in der Lage.

Psychologen beobachteten in einer Untersuchung zuerst, wie Säuglinge und ihre Müttern miteinander umgehen, und programmierten anschließend einen Roboter mit Puppengesicht so, dass dieser die Mimik seines Gegenübers erkannte und unterschiedliche Strategien der Interaktion beherrschte. Ahmte der Roboter genau das Verhalten nach, das den Babies abgeschaut war, konnte er unter sparsamstem Einsatz eigenen Lächelns Gegenlächeln auf dem Gesicht des Babies auslösen.

Die Mimik von Mitmenschen, also auch das Lächeln, kann man übrigens dann am zutreffendsten deuten, wenn man sie unbewusst nachahmen kann, also in diesem Fall selbst die Mundwinkel aktivieren kann – siehe dazu Spiegelneuronen.




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