Bezugsnorm

Eine Bezugsnorm innerhalb der Psychologie entsteht allgemein dadurch, indem ein Merkmal bzw. eine Variable in einer großen repräsentativen Normstichprobe gemessen wird, sodass anhand der Ergebnisse dieser Stichprobe ein individuelles Ergebnis in diesem Merkmal eingeordnet und interpretiert werden kann. Siehe dazu auch das Stichwort Leistungsmotiv.

Im besonderen unterscheidet man beim Konstrukt der Bezugsnorm gibt es etwa drei verschiedene Ansätze:

  • die soziale Bezugsnorm vergleicht die Ausprägung eines Kriteriums mit der anderer vergleichbarer Einheiten (z.B. Versuchs- zu Vergleichsgruppe, Benchmarking etc.,
  • die individuelle Bezugsnorm vergleicht ein und die selbe Einheit im zeitlichen Verlauf (z. B. verbessert oder verschlechtert),
  • die sachliche Bezugsnorm versucht, Schwellenwerte inhaltlich zu begründen und Kriterienausprägungen damit zu vergleichen (z.B. Kompetenzstufen).

Der Ansatz der „individuellen Bezugsnormorientierung“ in der Pädagogik nach Rheinberg (1980) geht etwa davon aus, dass die schulische Leistungsbewertung, wenn sie zu stark an einer sozialen Bezugsnorm orientiert ist, negative Einflüsse auf die Motivation der Schüler haben kann. Motivational förderlich hingegen wirkt die intraindividuellen Bewertungen, wenn also ein schlechterer Schüler bei einer Verbesserung seiner eigenen Leistung ebenfalls positive Rückmeldungen erhält, selbst wenn er im Vergleich zu seinen Klassenkammeraden weiterhin unterdurchschnittlich ist.

Literatur
Rheinberg, Falko (1980). Leistungsbewertung und Lernmotivation. Verlag: Hogrefe.

 





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