interleaved practice

Anzeige

Interleaved practice ist eine Lernmethode, mit der man nach einem genauen Plan versucht, sich ein umfangreicheres Thema in seinem ganzen Umfang anzueignen, das aber systematisch verteilt über mehrere Lerneinheiten und mit jeweils lerntheoretisch begründetem Wiederholen. Diese Form des Lernens ist vor allem dann angebracht, wenn man einen Stoff dauerhaft behalten möchte. Im Gegensatz zur Blocked Practice (Blockübung), bei dem Lernende eine Aufgabe oder einen Themenbereich wiederholt hintereinander bearbeiten, zielt Interleaving darauf ab, die kognitive Verarbeitung zu vertiefen, die Unterscheidungsfähigkeit zwischen Aufgabentypen zu fördern und das langfristige Behalten von Wissen zu verbessern.

Trotz der langfristigen Vorteile wird Interleaving von Lernenden häufig als schwieriger und weniger effektiv empfunden, da die kurzfristige Leistungssteigerung geringer ausfällt als bei Blockübungen. Dieses Phänomen bezeichnet man als „Illusion des Lernens“: Der subjektive Eindruck schnellen Fortschritts täuscht über mangelnde langfristige Speicherung hinweg (Bjork & Bjork, 2011). In der praktischen Anwendung empfiehlt sich daher eine Kombination beider Methoden: Während zu Beginn eines neuen, komplexen Themengebiets Blockübungen hilfreich sein können, um Grundlagen zu festigen, sollte im weiteren Verlauf zunehmend auf Interleaving umgestellt werden, um nachhaltiges Verständnis und Transfer zu fördern.

Literatur

Rau, M. A., Aleven, V., & Rummel, N. (2013). Interleaved practice in multi-dimensional learning tasks: which dimension should we interleave? Learning and Instruction, 23, 98-114.


Impressum ::: Datenschutzerklärung ::: Nachricht ::: © Werner Stangl :::

Schreibe einen Kommentar