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Kompetenz

    Was wir am nötigsten brauchen, ist ein Mensch, der uns zwingt, das zu tun, was wir können.
    Ralph Waldo Emerson

    Kompetenzen sind in der Pädagogik erlernbare, kognitiv verankerte und daher wissensbasierte Fähigkeiten und Fertigkeiten, die auf eine erfolgreiche Bewältigung zukünftiger Anforderungen in Alltags- und Berufssituationen abzielen.  Durch diese Anforderungen sind Kompetenzen funktional bestimmt, erlernbar und überprüfbar, wobei Kurzdefinition: Handeln als reflektierte Anwendung von Fähigkeiten und Fertigkeiten in Verbindung mit Wissen sowohl eine Entwicklung des Wissens als auch des Handelns bedeutet. Erfahrungen werden beim Handeln stets vor dem Hintergrund von vorhandenem Wissen und Können reflektiert und dabei auch kontinuierlich verändert.

    Kompetenzen sind daher allgemein betrachtet ein unscharfer Oberbegriff für erlernbare, kognitiv verankerte, wissensbasierte Fähigkeiten und Fertigkeiten, die auf eine erfolgreiche Bewältigung zukünftiger Anforderungen in Alltags- und Berufssituationen zielen. Über derartige Anforderungen sind Kompetenzen funktional bestimmt, erlernbar und überprüfbar. Dabei muss der Unterschied zwischen Fähigkeiten und Fertigkeiten beachtet werden: Der Unterschied liegt darin, dass Fertigkeiten erlernt sind und sich auf bestimmte konkrete Tätigkeiten und Abläufe beziehen. Dazu zählen etwa motorische, kognitive und soziale Fertigkeiten wie einen Purzelbaum schlagen oder mehrere fünfstellige Zahlen zu addieren. Eine Fertigkeit ist somit nicht der Purzelbaum an sich, sondern das Wissen, wie man ihn richtig ausführt bzw. die Befähigung, das Wissen darum auch umzusetzen. Fertigkeiten können in der Regel eingeübt und durch Wiederholung gefestigt werden. Fähigkeiten hingegen können zwar prinzipiell erlernt werden, sind jedoch etwa durch die intellektuellen oder körperlichen Voraussetzungen begrenzt. Fähigkeiten bilden demnach die Grundlage für das Erlernen von Fertigkeiten. Nur wenn man über bestimmte körperliche und intellektuelle Fähigkeiten verfügt, kann man etea den Anweisungen folgen, um einen korrekten Purzelbaum zu schlagen oder eine schwierige Rechenaufgabe lösen.

    Kompetentes Handeln als reflektierte Anwendung von Fähigkeiten und Fertigkeiten in Verbindung mit Wissen bewirkt sowohl eine Weiterentwicklung des Wissens als auch des Handelns, indem Erfahrungen beim Handeln vor dem Hintergrund von vorhandenem Wissen und Können reflektiert und kontinuierlich verändert werden. Im Kompetenzbegriff werden nicht nur Wissen und Handeln, sondern umfasst darüber hinaus auch Interessen, Motivationen, Werthaltungen und soziale Bereitschaften integriert. Dabei muss die soziale Bereitschaft in den Kompetenzbegriff integriert werden, da Lernen und lernerbezogene Kompetenzen nicht nur effektiv sondern auch sozial verträglich gefördert werden sollten.

    Kompetenz bezeichnet in der Psychologie ganz allgemein eine latent vorhandene Verhaltensmöglichkeit oder Leistungsfähigkeit eines Individuums auf einem bestimmten Gebiet. Kompetenz wird auch manchmal als Sachverstand bezeichnet. Der Kompetenzbegriff integriert nicht nur Wissen und Handeln, sondern umfasst darüber hinaus auch Interessen, Motivationen, Werthaltungen und soziale Bereitschaften. Kompetenzentwicklung bedeutet zuallererst die gezielte Verarbeitung von Wissen, dazu sind besondere Situationen und funktionale Aufgaben zu schaffen. Diese Verarbeitung hat zur  Voraussetzung, dass bereits beim Lernen verarbeitet wird, also mit diesem Wissen Aufgaben gelöst werden und so Wissen angewendet wird. Kennen oder erklären von Wissen ist somit eine notwendige Grundlage für die Entwicklung von Kompetenzen, aber in keiner Weise schon die Kompetenz selbst oder ihr Nachweis.

    In der Tradition der Pädagogik fällt der Kompetenzbegriff nicht zwangsläufig mit einem Wissensbegriff zusammen, denn etwas zu wissen bedeutet nicht gleichzeitig, auch etwas zu können. Der Kompetenzbegriff ist somit eigenständig und betont Fähigkeiten, Fertigkeiten und wissensbasierte Handlungen, und gehört damit zu den klassischen Bildungszielen in Pädagogik und Fachdidaktik. Kompetenzen in der Pädagogik sind damit im Wesentlichen erlernbare, kognitiv verankerte bzw. wissensbasierte Fähigkeiten und Fertigkeiten, die auf eine erfolgreiche Bewältigung zukünftiger Anforderungen in Alltags- und Berufssituationen zielen. Über diese Anforderungen sind Kompetenzen daher in erster Linie funktional bestimmt, erlernbar und überprüfbar. Handeln als reflektierte Anwendung von Fähigkeiten und Fertigkeiten in Verbindung mit Wissen bewirkt sowohl eine Entwicklung des Wissens als auch des Handelns. Erfahrungen werden beim Handeln vor dem Hintergrund von vorhandenem Wissen und Können reflektiert und kontinuierlich verändert. Der pädagogische Begriff Kompetenz geht auf den Kognitionspsychologen Franz Weinert zurück und ist im Alltagsverständnis positiv besetzt, doch beschreibt Kompetenz im schulischen Zusammenhang eine innere, weder sicht- noch messbare Voraussetzung, etwas zu tun, d. h., der Fachinhalt ist unter der Kompetenzperspektive zweitrangig. Kompetenzen sind genau genommen auch ohne Inhalte trainierbar.

    Bildung ist aber etwas anderes. Der sich Bildende sucht die Auseinandersetzung mit dem Fachinhalt, will den Inhalt verstehen, Zusammenhänge erkennen und Neuland entdecken, d. h., er denkt selber. Das selbständige Denken wird durch Kompetenzen aber eher weniger gefördert, denn hier geht es vielmehr um Anpassung und trainierbare Fertigkeiten, die punktuell abgeprüft werden können. Hinzu kommt, dass es keinen wissenschaftlich validen Kompetenzbegriff gibt, sondern es ist eher ein schwammiges Konstrukt, das bei Verwendung meist operational definiert wird – so etwa die mehr als abstruse Definition von Lesekompetenz bei den PISA-Tests. So führt nach Ansicht mancher Experten der Kompetenzbegriff bzw. eine hohe Kompetenzorientierung im Bereich des Bildungssystems  faktisch zu einer Absenkung bzw. Nivellierung des Bildungsniveaus.


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