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Soziometrie

Die Soziometrie bzw. der soziometrische Test wurde von Jakob L. Moreno in seinem 1934 publizierten Buch Who shall survive? präsentiert. Der Titel deutet an, dass er in der soziometrischen Methode mehr als nur ein Mittel sah, Gruppen zu analysieren, vielmehr wollte er auf Grund der Ergebnisse und ihrer Weitergabe an die Gruppe zu deren Selbsterkenntnis beitragen, um so Prozesse der Integration oder Therapie zu ermöglichen.

Soziometrische Verfahren setzen dabei eine nicht zu große Gruppe voraus, d. h., diese werden eher in Kleingruppen angewendet. Die Mitglieder einer Gruppe müssen durch Interaktion miteinander bekannt sein, denn nur so lassen sich Zuwendung und Ablehnung ermitteln. Die Soziometrie ist vor allem eine Methode zur Erforschung bestimmter Aspekte der Struktur sozialer Beziehungen in Gruppen, etwa von Freundschaften, Führungspersonen, grauen Eminenzen, Feindschaften, informellen FührerInnen oder AußenseiterInnen.

Moreno wandte den Begriff “soziometrischer Test” nur dann an, wenn der Test versucht, die Gefühle zwischen den Gruppenmitgliedern zu bestimmen und dabei auf ein bestimmtes Kriterium Bezug nimmt. Der soziometrische Test stellt auch eine interessante sozialpsychologische Untersuchungsmethode dar, da man damit sehr gut den Zustand und die Veränderungen in der Struktur überschaubarer Gruppen beschreiben kann. Häufig wird das Verfahren auch in therapeutischer Absicht benutzt, um durch die Ergebnisse den Gruppenmitgliedern Aufschluß über sich selbst und die Gruppe zu geben, und so zu einer besseren Zusammenarbeit zu gelangen. Wesentlich ist dabei der vorwiegend deskriptive und weniger der explikative Charakter der Ergebnisse – kurz: ein Soziogramm erklärt nichts.

Definition 1:
(lat. + grch.) von J.L. Moreno „geschaffene Lehre von der Messung der sozialen Distanz und der Beliebtheit aufgrund des soziometrischen Tests (Befragung von Personen, mit welchen Mitglieder der Gruppe sie gerne oder ungern in bestimmten Situationen zusammen sein möchten), deren Ergebnisse ins Sozigrammen (graphischen Darstellungen der Verbindung) aufgezeichnet werden“ (Bertelsmann Universal Lexikon 1989, Band 17 S. 5).

Definition 2:
„Erstmals wurde der Begriff „Soziometrie“ von Steinmetz 1913 benutz. Für Moreno, der als der eigentliche Begründer der Soziometrie gilt, ist der soziometrische Test ein Mittel, um die Organisation sozialer Gruppen zu messen. Im soziometrischen Verfahren werden die Individuen einer Gruppe aufgefordert, andere Individuen einer eigenen oder einer anderen Gruppe zu wählen“(Möglichkeiten und Grenzen der Soziometrie, G. Brüggen, 1974, S. 7).

Definition 3:
„Soziometrie, wörtlich das Messen sozialer Faktoren. Eine von Jacob Moreno entwickelte Technik, bei der die Versuchspersonen enthüllen, wer ihre engsten Freunde sind, indem sie eine Grafik ihrer Beziehungen erstellen. Dabei soll die Verbindung zwischen den einzelnen Mitgliedern einer Gruppe erkannt und festgestellt werden, wer mit wem am engsten verbunden ist“ (Lexikon der Psychologie, D. Cohen, 1995, S 284).

Definition 4:
„Sammelbegriff für Techniken, vornehmlich die des „soziometrischen Tests“ (Moreno, 1953), mit Hilfe deren meist auf der Grundlage gegenseitiger Wahlen der Mitglieder die emotionale Struktur einer Gruppe (das, was die Mitglieder einer Gruppe über die jeweils anderen fühlen und denken) quantitativ analysiert werden kann“ (Lexikon der Psychologie, W. Arnold, H.J. Eysende, R. Meili 1991, Band 3, S. 189).

Definition 5:
Sammelbezeichnung für alle Verfahren der empirischen Sozialforschung zur quantitativen Erfassung von sozial-emotionaler Beziehungen innerhalb von beliebigen, meist aber kleinen Gruppen. Dient dazu herauszufinden, wie die Verhältnisse in einer Gruppe sind. Zur Erfassung eigenen sich verschiedene Verfahren. Zur Darstellung der gefunden Beziehungen dient das Soziogramm (Vgl.: Schüler Duden – Die Psychologie, A. Hillig, S. 283).

Siehe dazu im Detail das Arbeitsblatt Soziometrie.

Literatur

Gudemann, W. (1989). Bertelsmann Universal Lexikon, Band 17, Gütersloh: Verlagsgruppe Bertelsmann.
Brüggen, G. (1974). Möglichkeiten und Grenzen der Soziometrie, Darmstadt: Druck- und Verlagsgesellschaft.
Cohen, D. (1995. Lexikon der Psychologie, München: W. Heyne Verlag.
Arnold, W. Eysende & H.J. Meili, R.(1991). Lexikon der Psychologie, Band 3. Freiburg: Freiburger Graphische Betriebe.
Hillig, A. (1996). Schüler Duden – die Psychologie. Wien: Dudenverlag.
Stangl, W. (2014). Was ist Soziometrie?. [werner stangl]s arbeitsblätter.
WWW: https://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/FORSCHUNGSMETHODEN/Soziometrie.shtml (2014-03-08).



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