Zeitgitterstörung

    Unter einer Zeitgitterstörung versteht man den Verlust der korrekten zeitlichen Ordnung des Erinnerungsgefüges bzw. die mangelnde Zuordnung biografischer Ereignisse zur eigenen Person, wie sie vor allem bei seniler Demenz auftritt. Die Zeitgitterstörung wird in der  Psychopathologie den Gedächtnisstörungen (Paramnesien) zugerechnet, wobei sogar die Stimme und das Verhalten sich früheren Lebenphasen entsprechend verändert darstellen kann. Solche das Zeitgefühl betreffende Gedächtnisstörungen können eine Vielzahl von Ursachen haben, denn neben Gehirnerschütterungen, Hirninfarkten oder epileptischen Anfällen können auch diese Störungen als Folge von Infektionen, dem Mangel bestimmter Vitamine und beim Substanzmissbrauch auftreten. Zeitgitterstörungen können besonders auch unter Hypnose, beim Korsakow-Syndrom und bei seniler Demenz auftreten.

    Die Zeitgitterstörung steht der Ekmnesie nahe, die das Erleben der Vergangenheit als Gegenwart beschreibt, bei der die oder der Betroffene glaubt, in der Vergangenheit zu leben. Ekmnesien werden bei seniler Demenz beobachtet.


    Weitere Seiten zum Thema

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.