Dreifarbentheorie

    Die Dreifarbentheorie von Hermann von Helmholtz und Thomas Young besagt, dass die Retina drei verschiedene Farbrezeptortypen enthält, von denen der eine besonders empfindlich auf Rot reagiert, der andere auf Grün und der dritte auf Blau. Werden sie in Kombination stimuliert, können sie die Wahrnehmung jedes beliebigen Farbtons erzeugen.

    Hermann von Helmholtz, der Physik und Medizin studiert hatte, entwickelte die Farbentheorie des britischen Augenarztes Thomas Young weiter, der rund ein halbes Jahrhundert zuvor schon vermutet hatte, dass die Zahl der Fotorezeptoren der Netzhaut auf wenige Farben begrenzt ist. Er beobachtete, dass man aus farbigem Licht dreier Primärfarben jede beliebige andere Farbe mischen kann, wobei nach diesem Muster auch die Bilder bei Farbfernsehern und Monitoren entstehen. Der Forscher postulierte drei Rezeptortypen, die unterschiedlich sensibel auf Licht verschiedener Wellenlängen reagieren und so als buntes Bild wahrgenommen werden. Ende des 19. Jahrhunderts gelang der Nachweis dreier unterschiedlicher Farbsinnzellen in der Netzhaut: Rot-, Blau- und Grünzapfen. Diese sehr empfindlichen Zellen reagieren dabei am stärksten auf gelbgrünes, smaragdgrünes und blauviolettes Licht, und werden alle drei Sinneszellen gleich stark angeregt, entsteht ein graues oder weißes Bild, während Schwarz wahrgenommen wird, wenn keiner dieser Zapfen stimuliert wird. Helmholtz interessierte aber nicht nur, was das menschliche Auge wahrnimmt, sondern wie daraus ein Bild entsteht. Helmholtz erkannte im 19. Jahrhundert wahrscheinlich als Erster, dass das Gehirn nicht nur die Informationen der einzelnen Sinnessysteme verarbeitet, sondern diese Eindrücke auch zusammensetzt und daraus Schlüsse zieht.

    Anmerkung zu Hermann von Helmholtz: Seine bekannteste Erfindung ist übrigens der Augenspiegel, der in modernisierter Form auch heute noch verwendet wird. Hält der Arzt den Augenspiegel vor das Auge des Patienten, sieht er durch die Pupille hindurch den Augenhintergrund, wobei der schräg gestellte Spiegel das Licht auf den Untersuchungsbereich lenkt, ohne dass der Kopf des Beobachters das Licht verdeckt. Erst mit dem Augenspiegel war es möglich, Netz- und Aderhaut sowie den Sehnerv zu begutachten. 1851 erfand er auch das Ophthalmometer, um den Krümmungsradius der Augenhornhaut zu bestimmen.

    Literatur

    https://www.pharmazeutische-zeitung.de/leben-fuer-die-wissenschaft-123528 (21-02-08)

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