Doomscrolling

    Doomscrolling oder auch Doomsurfing wird definiert als die übermäßige Zeitspanne, die Menschen der Aufnahme von dystopischen Nachrichten widmen. Doomscrolling und Doomsurfing beziehen sich auf die manchmal suchtähnliche Tendenz, weiterhin durch schlechte Nachrichten zu surfen oder zu scrollen, auch wenn diese Nachrichten traurig, entmutigend oder deprimierend sind. Das menschliche Gehirn hat bekanntlich einen Hang zu schlechten Nachrichten, wobei das Gehirn negative Informationen nicht nur schneller verarbeitet, sondern diese bleiben auch länger im Gedächtnis. Dieser Effekt wird in der Psychologie als Negativitätsbias bezeichnet.

    Die neuen Medien bzw. sozialen Medien sind so aufgebaut, dass sie das Belohnungssystem im Gehirn triggern, denn jedes Mal, wenn man eine neue Nachricht sieht, eine Push-Nachricht oder eine Reaktion auf einen Post erhält, kommt es zu einem kurzfristigen Befriedigungseffekt. Auf lange Sicht ist der permanente Konsum schlechter Nachrichten allerdings für viele Menschen eher eine Belastung, denn Schlafstörungen, Angstgefühle und depressive Symptome können die Folge eines solchen dauerhaften Stresszustandes sein, der sich einstellt, wenn man Tag für Tag von negativen Schlagzeilen berieselt wird.

    Dieser Mechanismus des menschlichen Gehirns ist auch evolutionär sinnvoll, denn er schützt Menschen, wobei er sich vermutlich bereits in der Steinzeit entwickelt hat.

    Anmerkung: Angeblich soll der Begriff im Jahr 2018 zum ersten Mal auf Twitter verwendet worden sein.

    Literatur

    https://www.merriam-webster.com/words-at-play/doomsurfing-doomscrolling-words-were-watching (20-12-12)


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