Jugendlichkeitsverzerrung

    Als Jugendlichkeitsverzerrung bezeichnet man in der Psychologie die Tendenz von vielen Menschen, sich  im Vergleich zu ihrem tatsächlichen Alter jünger zu fühlen, und zwar je älter sie werden.

    Generell sind Verzerrungen dieser Art bis zu einem gewissen Grad gesundheitsfördernd, denn wer optimistisch in die eigene Zukunft blickt, bleibt oft tatsächlich länger von Krankheiten verschont. Ein solch übertriebener Optimismus und die Illusion, viel mehr Kontrolle über sein eigenes Schicksal zu haben, als man es wirklich hat, schützt im Idealfall sogar vor Depressionen. Erfahrungsgemäß sind die meisten Menschen im Grunde zu optimistisch, denn sie glauben etwa sehr gern, dass die Zukunft für sie eher keine Krankheiten bereithalten wird, und dass Unglücke im Zweifel eher andere treffen werden als sie selbst. Ein solcher unrealistische Optimismus bringt Menschen auch ab und an in Gefahr, wenn es darum geht, in der Zukunft lauernde Risiken wie etwa bei einer Pandemie richtig einzuschätzen. Hinzu kommen noch die kognitiven Problemen beim Umgang mit Wahrscheinlichkeiten, wie sich in zahlreichen Studien gezeigt hat. Im übrigen fällt es Menschen generell auch sehr schwer, andere Menschen, die sie gut kennen und mögen, als potenzielles Risiko zu betrachten.


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