Languishing bezeichnet im Gegensatz zu Flourishing ist einen eher negativ orientierten Lebensstil, der von den Betroffenen als “leer” beschrieben wird, wobei negative Gefühle wie Sinnlosigkeit und das Gefühl der Unzulänglichkeit vorherrschen. Der US-amerikanische Soziologe und Psychologe Corey Keyes prägte diesen Begriff, denn seine Forschungen legten nahe: Ein höheres Risiko, im nächsten Jahrzehnt an schweren Depressionen und Angststörungen zu leiden, hätten diejenigen, die sich heute im Zustand von Languishing”befinden.

Ein Lied vonMariah Carey mit dem Titel “Languishing” beschreibt recht gut diesen psychischen Zustand.


[https://www.youtube.com/watch?v=cYlZfa_XNHw]

In einem Artikel in der New York Times rückte Adam Grant die vorherrschende Emotion im Pandemie-Jahr 2021 unter dem Begriff  Languishing in den Fokus, in dem er den Zustand der Mattheit, in dem sich gerade viele Menschen befinden, beschreibt. Manche sprechen auch von Corona-Erschöpfung oder Pandemüdigkeit. Tatsächlich beschreibt Languishing den Ort zwischen Berg und Tal, die Leerstelle zwischen Depression und Euphorie, die Abwesenheit des grundsätzlichen Wohlfühlens. Nachdem Angst und Trauer große Emotionen des Jahres 2020 gewesen sind, hat viele Menschen dieses neue Gefühl unvorbereitet getroffen. Freudlos, ziellos fühlt man sich, leer in gewisser Weise, wobei Menschen dabei keine Symptome einer psychischen Erkrankung zeigen, aber wirklich mental gesund sind sie auch nicht. Nicht deprimiert zu sein heißt nicht, dass man nicht am Kämpfen ist, aber Languishing beeinträchtigt die Motivation und Konzentration der Menschen. Languishing scheint dabei häufiger aufzutreten als schwere Depressionen, und in gewisser Weise kann es in der Zukunft auch ein größerer Risikofaktor für psychische Erkrankungen sein. Menschen werden vielleicht nicht bemerken, dass die Freude nachlässt oder der Antrieb schwindet, sie ertappen sich nicht dabei, langsam in die Einsamkeit zu driften, d. h., ihre Gleichgültigkeit ist ihnen gleichgültig. Erkennen Menschen aber ihr eigenes Leiden nicht, holen sie sich auch keine Hilfe und tun nicht einmal viel, um sich selbst zu helfen. Grant empfiehlt dabei die beste Strategien zur Bewältigung von Emotionen, diese beim Namen zu nennen.

Literatur

 


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