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Enclothed Cognition-Theorie


Die Enclothed Cognition-Theorie versucht den systematischen Einfluss zu beschreiben, den Kleidung auf die psychologischen Prozesse ihres Trägers oder ihrer Trägerin hat. Diese Theorie versucht einen vereinheitlichenden Rahmen, um frühere Erkenntnisse zum Zusammenhang von Kleidung und Person zu integrieren und die Auswirkungen zu erfassen, die Kleidung auf TrägerInnen haben kann. Es geht dabei stets um zwei unabhängigen Faktoren, einerseits die symbolische Bedeutung der Kleidung, und andererseits die körperliche Erfahrung des Tragens.

Der Begriff Enclothed Cognition wurde von Adam & Galinsky (2012) eingeführt und bezieht sich demnach auf die Wirkung, die Kleidung auf den mentalen Prozess eines Menschen und die Art und Weise, wie er denkt, fühlt und handelt, besitzt, und zwar vorwiegend in den Bereichen wie Aufmerksamkeit, Vertrauen oder abstraktem Denken. In Experiment untersuchte man etwa die Auswirkungen des Tragens eines Laborkittels auf die Aufmerksamkeit der ProbandInnen, die dadurch erhöht werden konnte. Dabei waren allerdings zwei Bedingungen für diesen Effekt erforderlich: dass der Laborkittel zu diesem Zeitpunkt tatsächlich getragen wurde, und dass der Kittel etwa mit einem Arzt oder Wissenschaftler in Verbindung gebracht werden konnte. Diejenigen, denen der Kittel als Malerkittel überreicht wurde, erhielten nicht den gleichen Aufmerksamkeitsschub.

Das Konzept, dass Kleidung die eigenen Kognitionen beeinflusst, ist allerdings nicht neu, denn es gab zuvor schon andere relevante Studien. So hilft etwa formale Kleidung – man denke nur an Uniformen – dabei, sich autoritativ und mächtig zu fühlen, selbst wenn man dabei wenig freundlich und kreativ ist. Ein solcher Dresscode kann auch die Fähigkeit zu abstraktem Denken sowie die Verhandlungsfähigkeit verbessern, während legere Kleidung Offenheit und Freundlichkeit fördern kann. Farbenfrohe Kleidung kann die Stimmung verbessern, während dumpfere Farben eine gedämpfte Stimmung erzeugen können, wobei angeblich sogar Socken und Unterwäsche, auch wenn diese nicht sichtbar sind, das Selbstvertrauen und das Selbstbild steigern können. Studien besagen übrigens auch, dass Frauen in der fruchtbaren Phase unbewusst vermehrt zu den ­Signalfarben Rot und Pink greifen.

Literatur

Adam, Hajo & Galinsky, Adam D. (2012). Enclothed cognition. Journal of Experimental Social Psychology, 48, 918-925.
Slepian, Michael L., Ferber, Simon N., Gold, Joshua M. & Rutchick, Abraham M. (2015). The Cognitive Consequences of Formal Clothing. Social Psychological and Personality Science, 6, 661–668.
Tsaousi, Christiana & Brewis, Joanna (2013). Are you feeling special today? Underwear and the ‘fashioning’ of female identity”. Culture and Organization, 19, 1–21.


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