Learning Analytics

Als Learning Analytics wird die Interpretation verschiedenster Daten bezeichnet, die von Studierenden bzw. von Lernenden produziert oder für sie erhoben werden, um deren Lernfortschritte zu messen, zukünftige Leistungen vorauszuberechnen und potenzielle Problembereiche aufzudecken. Ein Zugriff auf solche Daten wird heute deshalb möglich, da Lernangebote und -prozesse in vielen Fällen mittels elektronischer Systeme unterstützt werden und dabei Daten über das Nutzungsverhalten erhoben werden.

Durch das Aufkommen von Big Data beginnt allmählich auch das Nachdenken über Systeme, die diese großen Datenmengen aufbereiten können, wobei man sich zuerst einmal überlegen muss, was man überhaupt analysieren möchte. Hinzu kommt, dass jeder, der heute online lernt, Datenspuren hinterlässt, woraus sich Fragen nach ethischen Grundsätzen, den Datenschutz und das pädagogisch sinnvolles Vorgehen wesentlich werden. Learning Analytics ist daher stark interdisziplinär geprägt, denn daran arbeiten Ethiker, Datenschützer, Bildungsinformatiker und Psychologen.

Learning Analytics wird dabei im angloamerikanischen Raum eher dazu herangezogen, Lernprozesse zu überwachen und z. B. Risikostudenten, also jene mit hoher Abbruchwahrscheinlichkeit bzw. mit hohem Drop-out-Risiko, zu identifizieren, anstatt pädagogisch relevante Interventionen durch Lehrende zu setzen. Mit Hilfe der Daten kann man aber auch Erfolgsfaktoren im Studium identifizieren und z.B. Curricula dementsprechend anpassen.

Learning Analytics beschäftigt sich also mit der Analyse, Darstellung und Interpretation von Daten aus Lehr- und Lernsettings mit dem Zweck, dass Lernende ihr Lernen unmittelbar verändern können. Ziel ist es, mit Hilfe der Auswertung der Daten die Studierenden besser in ihrem Lernprozess zu unterstützen und letztendlich den Lehr-Lernprozess und den Lehr-Lernerfolg zu verbessern. Solche Systeme können dazu beitragen, dass Lernende ihren Wissensgewinn selbst besser einschätzen und ihre Schwachstellen identifizieren können. Ein solches System kann daher auch als eine Art Lern-Coach fungieren und Studierenden regelmäßig Rückmeldungen über deren Lernaktivitäten geben.

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