Um den vollen Funktionsumfang dieser Webseite zu erfahren, benötigen Sie JavaScript. Hier finden Sie die Anleitung wie Sie JavaScript in Ihrem Browser einschalten.

Selbstkontrolltherapie


Die Selbstkontrolltherapie, hat sich aus den operanten Verfahren der Verhaltentherapie entwickelt und stellt damit einen eigenen Ansatz dar. Wesentliche Vorgehensweisen sind dabei die Selbstbeobachtung und die aktive Stimulus- und Kontingenzkontrolle, die meist durch Verhaltensverträge zwischen TherapeutIn und KlientIn festgehalten wird. Die Methode der Selbstverstärkung bzw. Selbstbestrafung wird oft bei Verhaltensexzessen eingesetzt, die durch einen Annäherungs-Vermeidungskonflikt bedingt sind, wobei Annäherungs-Vermeidungskonflikte häufig mit kurzfristig positiven und langfristig negativen oder kurzfristig negativen und langfristig positiven Konsequenzen verbunden sind, etwa bei Nikotinmissbrauch, bei Adipositas oder Angststörungen.

Der Selbstkontrollansatz hat sich auch bei der Behandlung mittelgradiger bis schwerer depressiver Episoden bewährt, wobei neben standardisierten Interventionen auch individuelle Ansätze in Abstimmung mit der Verfasstheit der KlientInnen zum Einsatz kommen. Eines dieser Modelle ist das Selbstkontrollmodell der Depression von Rehm [1977], das sich auf Theorien der Selbstregulation, Selbststeuerung bzw. des Selbstmanagements bezieht und Depression als Selbstkontrolldefizit begreift. Menschen können nach diesem Ansatz ihr eigenes Verhalten in einem Prozess der Selbstregulation mittels Verstärkung, d.h., mittels Selbstbelohnung bzw. -bestrafung kontrollieren. Dies erfolgt in einem dreistufigen Prozess, der sich aus Selbstbeobachtung, Selbstbewertung und Selbstverstärkung zusammensetzt. Gesunde Menschen sind aufgrund von Selbstverstärkung zu einem wesentlichen Teil unabhängig von äußeren Verstärkerquellen, weil sie meist in der Lage sind, sich selbst zu verstärken. Anhand von Selbstbeobachtungen wird in der Selbstkontrolltherapie nach Rehm der negative Selbstbewertungsbias herausgearbeitet und positive Selbstverbalisierungen geübt, etwa indem der Klient oder die Klientin positive Selbstbewertungssätze niederschreibt und diese sich immer wieder vorspricht. Durch folgende Vergleiche von Ist- und Soll-Zustand können die KlientInnen lernen, sich selbst differenziert zu bewerten.

Literatur

Rehm, L. P. (1977). A self-control model of depression. Behavior Therapy, 8, 787-804.


Weitere Seiten zum Thema

Falls Sie in diesem Beitrag nicht fündig geworden sind, können Sie mit der folgenden Suche weiter recherchieren:



Sorry, comments for this entry are closed at this time.

Diese Seiten sind Bestandteil der Domain www.stangl.eu



© Werner Stangl Linz 2019